winfootball Geschichtliches zur NFL Europa

 Die Kapitel der WLAF/NFLE History

Das Jahr 1997 sah den weiteren, unaufhaltsamen Niedergang der London Monarchs.

Während sich die Galaxy der Zuschauermassen kaum erwehren konnte, ging es in London immer weiter bergab. In Frankfurt kamen über 30.000 Zuschauer zum Spiel gegen die Monarchs, in London kamen nur 10.000 um die Monarchs gegen die Galaxy zu sehen.

Woche 1

Fand die vergangene Saison einen, zumindest halbwegs, versöhnlichen Abschluss in der Teilnahme Frankfurts am World Bowl so mußte man, wie in jedem Jahr, wieder ganz klein anfangen. Die Bewegungen in den Spielerkadern der World League stellt einen jeden Trainer vor schier unglaubliche Probleme. Auch Ernie Stautner, seineszeichens Head Coach der Galaxy und Mitglied der "Hall of Fame", versuchte mit allen möglichen und unmöglichen Tricks zu arbeiten. Gerade wegen seiner Eskapaden (z.B. Tie-Breaking Scrimmage in der Pre-Season nicht mit Stammformation gespielt - oder gar nicht erst erschienen) war er nicht bei allen in der World League beliebt, obwohl er eines der erfolgreichsten Teams und das Zugpferd der Liga schlechthin betreute.

Die Saison eröffnete man gegen die London Monarchs im Stadion an der Stamford Bridge und immerhin kamen 10.718 Schaulustige dorthin. Zu Beginn des Spieles deutete einiges auf einen Sieg der Galaxy, da sowohl Defense als auch Offense in jeweils der ersten Sequenz eine tolle Leistung boten. Der Frankfurter Defense gelang bereits früh ein Interception und das gewonnene Ballrecht setzte Bobby Phillips kurze Zeit später durch einen 1 Yard Lauf in einen Touchdown um (Extrapunkt gut). Aber dies war von Seiten der Galaxy auch alles was an diesem Tage Positives geboten wurde.

Im zweiten Drittel war es Monarchs Kenny McEntyre der einen Interception über 51 Yard in die Galaxy Endzone trug und die Englander wieder Punktemäßig ranbrachte. Da aber der Extrapunktversuch mißlang ging es mit einer 7-6 Führung für Frankfurt in die Pause.

Im dritten Viertel trat das Special Team der Galaxy besonders in Erscheinung. Ein Punt konnte durch die Monarchs geblockt werden und führte zum Ballbesitz der Englander an der 9 Yards Line der Galaxy. Diese Chance ließ sich der englische Quarterback Stan White natürlich nicht nehmen und passte kurz darauf für 4 Yards auf Michael Titley in die Endzone der Galaxy. Mit einer 2-Point-Conversion wollte man versuchen mit sieben Punkten in Front zu gehen, aber das mißlang und somit hätte die Galaxy mit nur einem Touchdown noch gewinnen können. Eher das Gegenteil trat ein als im letzten Spielabschnitt Malcolm Showell von der Monarchs Defense Frankfurts Quarterback Chad May in dessen eigener Endzone zu Fall brachte. Sack - Safety - und zwei Punkte.

Die Männer von der Insel gingen mit 14-7 als Sieger vom Platz und hatten den Frankfurtern verdeutlicht wo ihre diesjährigen Anfangsschwächen waren. Besonders Richard Newbill von der Monarchs Defense tat sich dabei hervor, da er drei der insgesamt sieben Sacks gegen Chad May, der auch noch zwei Interceptions warf, erzielte.

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Sicherlich ist ein gutes Abschneiden in einer Abschlußtabelle oder eine Endspielteilnahme ein Garant für gute Zuschauerzahlen, aber mindestens ebenso wichtig ist auch der Spielverlauf während der Saison und das Bemühen des Teams einen Sieg zu erzielen. Rhein Fire verdeutlichte aber einen noch weitaus wichtigeren Faktor - die Off-Season - also die Zeit zwischen den Spielzeiten. Im Office der "Rhein Fire Footballteam Betriebs GmbH" jedenfalls saßen Leute, die Ideen hatten. Der Bekanntheitsgrad des Teams wurde nicht nur durch die Pyromaniacs, der Cheergirltruppe des Teams, die z.B. im TV auftraten, aufrechterhalten sondern auch durch gezielt eingestreute Berichte in den Medien um den Kicker Manfred Burgsmüller und dessen Bemühungen sich für die kommende Saison zu verbessern (anscheinend hatte er sein Herz für diesen Sport entdeckt). Außerdem ließ man sich auch mal etwas Außergewöhnliches einfallen. - Oder finden Sie das Bemalen von Gullydeckeln in der Düsseldorfer Altstadt normal?

Es machte sich jedenfalls bezahlt und am ersten Spieltag, zum Heimspiel gegen die Barcelona Dragons, zählte man stolze 17.150 "feurige" Zuschauer bei Temperaturen, die normal zum Verbleib am heimischen Ofen einluden. Zwei Fußballspieler taten sich an diesem Tage besonders hervor. Auf Barcelonas Seite war dies Jesus Angoy, der immerhin beim FC Barcelona das runde Leder mit den Füßen bearbeitet hatte und drei von vier möglichen Extrapunkten erzielte, und auf Fire Seite war es "us Manni" Burgsmüller der drei von drei Field Goal Versuchen sicher durch die Stangen schickte und dem Team neun Punkte bescherte. Er war es auch der das Team mit einem 28 Yards Field Goal als s auf die Anzeigetafel brachte.

Beantwortet wurde dies durch einen weiteren Star des Abend, den von den Seattle Seahawks abgestellten Quarterback Jon Kitna, der Sheddrick Wilson mit einem 17 Yards Pass zum Touchdown bediente (Extrapunkt gut). Michael Hicks nutze im zweiten Viertel die Chance den Ball 16 Yards weit per Lauf in die Endzone zu befördern (Extrapunkt gut) und Jon Kitna fand Alfonzo Browning mit einem 16 Yards Touchdown Pass (Extrapunkt gut). Fire stellte dem nur ein 38 Yards Field Goal von Larsen entgegen, so daß es zur Pause 21-6 für die Dragons stand.

Frisch aus den Kabinen zurück war es wieder Kicker Manfred Burgsmüller der als r Zählbares zu Stande brachte mit einem 23 Yards Field Goal. Danach war es wieder die Spanische Kombination Kitna/Wilson, die mit einem 40 Yards Touchdown Pass brillierte, hierbei wurde der Extrapunkt aber vergeben. Im letzten Viertel konnte dann "us Manni" noch einmal mit einem 26 Yards Field Goal drei Punkte für Fire auf die Anzeigetafel bringen, aber am Sieg der Katalanen (27-12) änderte dies nichts mehr.

Die Offense von Rhein Fire zeigte deutlich ihre Schwächen in der sogenannten "Red-Zone", also auf den letzten zwanzig Metern vor der Endzone des Gegners. Sechs Mal waren sie den Dragons so nahe gekommen, konnten aber lediglich 12 Punkte mit vier Field Goals erzielen.

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Und was tat sich in Amsterdam? 16.185 Zuschauer erschienen! Ein Grund für diesen Boom war ohne Frage die neue Spielstätte der Admirals, denn immerhin durfte man die "ArenA" benutzen. Dieses Superstadion, welches den Fußballern von Ajax Amsterdam als Heimspielstätte dient, bot schon eine prächtige Kulisse und verhalf dem Team auch zu hohem Besuch. Der NFL Commissioner, Paul Tagliabue, erschien persönlich und gab sich die Ehre.

Das Spiel selbst blieb unter seinen Erwartungen. Die Dominanz des amtierenden World Bowl Champions (Scottish Claymores) wurde begünstigt durch die schlechte Leistung der Offense der Admirals die u.a. sechs Sacks zuließ. Die Defense der Claymores schaffte es schon im ersten Spielzug John Sacca, den Spielmacher der Admirals, an der Ausübung seines Jobs zu hindern. Auf Punkte hingegen mußte man bis kurz vor der Halbzeitpause warten als Jared Kaaiohelo die Schotten mit einem 1 Yard Touchdown Lauf in Führung brachte. Da der Extrapunkt versiebt wurde stand es 6:0 für die Highlander, als man in den Katakomben der "ArenA" verschwand.

Auch die zweite Spielhälfte brachte wenig Besserung und erst Anfang des letzten Viertels wurden wieder Punkte erzielt. Der finnische Kicker Kari Gronroos erzielte aus 22 Yards ein Field Goal für die Claymores. Oliver Quass, seineszeichens Kicker bei den Admirals, rettete die Ehre der Holländer mit einem 32 Yards Field Goal, so daß sie wenigstens vor einem Shutout bewahrt wurden. Niemals vorher in der Teamgeschichte erzielte Amsterdam so wenig Punkte. Den Punktereigen schloß Schottlands Running Back Ron Dickerson mit einem 26 Yards Lauf zum Touchdown (Extrapunkt gut) und der Titelverteidiger gewann mit 16:3.

(Peinliche Anmerkung am Rande. Bei der, in der Halbzeit angesetzten, Pressekonferenz mit eben jenem Ehrengast sahen sich die Vertreter der Medienzunft nicht in der Lage dem obersten Herren des (NFL) Footballs auch nur eine einzige Frage zu stellen. Nach den ausführlichen Begrüßungsworten des Commissioners waren die Meinungsbilder der Nationen damit beschäftigt ihre Gläser zu leeren, die Teller zu füllen und ein Schwätzchen mit dem Nachbarn zu führen. Sichtlich verwundert über diese Situation und auf nochmalige Nachfrage wurde die Konferenz dann sehr schnell mit einem Kopfschütteln für beendet erklärt. Erklärung kann nur sein, daß die selbstherrlichen Medienvertreter eh alles besser wissen, oder es sie am Ende vielleicht überhaupt nicht interessiert. Jeder halbwegs interessierte Redakteur einer Schülerzeitung hätte wahrscheinlich mehr aus dieser Situation gemacht, und damit letztendlich auch für ein gutes Image bei den Amerikanern gesorgt, die ja immerhin die Führungsspitze der Liga darstellen und als Hauptgeldgeber hinter der ganzen Sache stehen. Leider muß man sagen, daß dies kein Einzelfall war und es solche oder zumindest ähnliche Situationen schon in fast allen Stadien der Liga gegeben hat.)

 

Erster Spieltag im Überblick

Frankfurt Galaxy  - London Monarchs   7-14

Barcelona Dragons - Rhein Fire     27-12

Scottish Claymores - Amsterdam Admirals 16- 3

 

Frankfurt gegen London... eine Rivalität ging dem Ende entgegen.

Woche 2

Mitte April in einem Waldstück bei niedrigen Temperaturen erwartet man ja nun nicht gerade Menschenmassen, aber wenn sich dann 31.729 Leute treffen muß ja irgend etwas los sein - klar Galaxy Power Party! Das Heimspiel der Saison wurde zum Tag der "Nationals". Auf Seiten der Admirals war es Masato Itai der als r Japaner überhaupt im professionellen Football einen Pass fing ,immerhin über stolze 21 Yards, und die deutschen Jungs zeigten auch was in ihnen steckt. Running Back Ingo Seibert erlief 63 Yards, Tight End Werner Hippler fing 4 Pässe und Defensive End Frank Messmer erzielte einen Sack.

Sie vermissen Ralf Kleinmannn, den Kicker der Galaxy? Ihn braucht man ja fast nicht besonders zu erwähnen, da er fast immer eine gute Leistung bietet und es als einer der ganz wenigen "national" Kicker auch geschafft hat für die langen Field Goals eingesetzt zu werden. Man sollte hier nicht verkennen wie wichtig ein Ralf Kleinmann für die Galaxy ist. Er ermöglicht es dem Team und dem Trainerstab mit einem Spieler mehr zu kalkulieren. Da er als National Kicker sowieso zum Team gehört und eingesetzt werden muß und dabei auch Field Goal Versuche von über 30 oder 40 Yards macht, und sie auch verwandeln kann, muß die Galaxy keinen weiteren Kicker verpflichten, so wie die anderen Teams, da ihren "national" Kickern bei 20 Yards die Puste ausgeht. Also können die Frankfurter bei der Draft oder Zuteilung der Spieler eine andere Position besser besetzen.

An diesem Tage jedenfalls erzielte Ralf Kleinmann aus 39, 37, 43 und 23 Yards Field Goals, eines in jedem Viertel. Seine hundertprozentige Leistung krönte er mit einem Extrapunkt im ersten Viertel nach einem 65 Yards Touchdown Lauf durch Running Back Bobby Phillips.

Auf Admirals Seite schoß Kicker Oliver Quass aus 35 Yards zwischen die Vertikalstangen und Tight End John Davis fing einen vier Yards Pass von Quarterback Mike McCoy zum Touchdown. Ansonsten war die Offense Leistung der Niederländer an diesem Tage allerdings unter ferner Liefen. Sechs Sacks und Interceptions bei vielversprechenden Angriffen verhinderten, daß die Admirals der Galaxy gefährlich werden konnten und die Frankfurter gewannen verdient mit 19:10.

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Beim zweiten Fire Heimspiel der Saison, zu dem 14.876 Zuschauer kamen, platzte auch der Knoten von T.J. Rubley. Der ehemalige Starting Quarterback der Los Angeles Rams vervollständigte 12 von 20 Pässen für 198 Yards und erzielte dabei drei Touchdowns, 6 Yards auf Michael Dritlein (KC Chiefs), 25 Yards auf Bill Schroeder (GB Packers) und 3 Yards auf David Rhodes. Das Interessante an dieser Tatsache war, daß alle erwähnten Touchdowns im dritten Viertel erzielt wurden. Im ersten und zweiten Viertel war Magerkost angesagt und mit einer Nullnummer war man in die Kabinen gegangen.

Die 21 Punkte im dritten Viertel waren so spektakulär, daß die Monarchs dem nichts entgegen zu setzen hatten. Quarterback Preston Jones kombinierte zwar mit Alan Allen über 38 Yards zum Touchdown im letzten Viertel, aber schon der anschließende Extrapunktversuch scheiterte. Dagegen zeigte sich "Manni" Burgsmüller in Top Form. Er verwandelte auch den vierten Extrapunkt nach einem 1 Yard Touchdown Lauf durch Ontiwaun Carter und trug so zum 28:6 Sieg der feurigen Rheinländer bei.

Die Offensive Line muß an diesem Tage besondere Erwähnung finden, denn sie verschaffte nicht nur den Running Backs die Lücken für 175 Laufyards sondern auch Quarterback T.J. Rubley den Raum und die Zeit sein Spiel zu finden und diese Leistung zu vollbringen. Auf der anderen Seite schaffte es die Rhein Defense die Quarterbacks der Monarchs, Preston Jones und Stan White, vier Mal hinter deren eigenen Reihen zu stoppen, wobei Dunstan Anderson, selbst ehemaliger Monarch, zwei Mal "zulangte".

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Der amtierende Champion aus Schottland empfing die Dragons und geriet vor 14.877 Zuschauern mächtig unter die Räder bzw. unter die Dominanz von Barcelonas Quarterback Jon Kitna. Katalanen Kicker Joe Wood erzielte die ersten Punkte des Spiels mit einem 38 Yards Field Goal im ersten Viertel. Der zählbare Erfolg Jon Kitnas begann im zweiten Viertel als er Tyree Davis mit einem 45 Yards Pass zum Touchdown bediente (Extra Punkt gut).

Nach diesem 10-0 Pausenstand ließ man im dritten Viertel die Sache ruhig angehen und erst im letzten Spielabschnitt gab es durch Jesus Angoy mit einem ein 27 Yards Field Goal wieder Punkte. Jon Kitna nutzte dann zwei seiner 254 erzielten Yards um Tight End Bryce Burnett zum Touchdown zu bedienen (Extrapunkt gut). Wide Receiver Yo Murphy rettete die Claymores mit einem 12 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) vor einer "zu null"-Blamage.

Auch die Defense der Drachen spielte an diesem Tage gut auf, erzielte neun Sacks und besiegelte damit auch die Heimniederlage der Claymores seit 1995. 367 Offense Yards standen bei den Dragons zu Buche während auf Schottischer Seite nur 161 Yard zu verzeichnen waren. So war es nicht verwunderlich, daß es am Ende 20-7 für Barcelona stand.

 

Zweiter Spieltag im Überblick

Amsterdam Admirals - Frankfurt Galaxy  10-19

London Monarchs  - Rhein Fire     6-28

Barcelona Dragons - Scottish Claymores 20- 7

Woche 3

Die Galaxy war zu Besuch im Olympia Stadion von Barcelona. Diesmal lockte sie nur magere 13.102 Fans in die Arena, einfach zu wenig für solch eine Kulisse, da wirken die Fernsehbilder immer so Leer, aber zumindest ging es spannend zu.

Barcelonas Quarterback Jon Kitna legte direkt stark los und bediente Tyree Davis mit einem 34 Yards Pass zum Touchdown (Extrapunkt gut). Ehe man sich versah war das Viertel auch schon vorbei und Frankfurt, deren Starting Quarterback der von den Arizona Cardinals abkommandierte Chad May war, hatte nicht ein einziges Yards per Pass erzielt. Kicker Ralf Kleinmann war es mal wieder vorbehalten als erster Punkte für die Galaxy zu erzielen, was er mit einem 35 Yards Field Goal im zweiten Viertel vollzog.

Nach der Pausensangria löste Steve Pelluer den enttäuschenden Chad May auf der Quarterback Position ab, aber weiterhin war es Ralf Kleinmann der, diesmal aus 23 Yards, mit einem Field Goal für Frankfurter Punkte sorgte. Dragons Kicker Jesus Angoy erzielte zu Beginn des letzten Spielabschnittes ein 26 Yards Field Goal und brachte die Katalanen mit 10-6 in Führung.

Ernie Stautner, Head Coach der Galaxy, bewies dann schon mehr als nur gutes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit seines Kickers. Er schickte Ralf Kleinmann auf das Feld um ein Field Goal aus 47 Yards zu versuchen, aus einer solchen Distanz hatte er noch nie für die Frankfurter getroffen. Der Mut der Verzweiflung wurde belohnt, und nachdem der Ball sein Ziel durchflog lag man nur noch einen Punkt hinter den Dragons zurück. Running Back Vernon Turner versuchte sich dann einmal als Quarterback und zeigte tatsächlich seinen Teamkollegen, daß man auf dieser Position mit einem Pass Punkte erzielen kann. Kurz vor dem "2-Minute-Warning" traf er John Morton mit einem 23 Yards Touchdown Pass. Die Ehre der Galaxy Quarterbacks rettete Steve Pelluer, als er beim folgenden 2-Punkte-Versuch Ingo Seibert bediente.

Noch war allerdings genügend Zeit für Barcelona den Spieß umzudrehen, zumal ein Quarterback a la Jon Kitna die Angriffsmaschinerie anführte. In aussichtsreicher Position allerdings warf er seinen dritten Interception an diesem Tag und die Galaxy konnte ihre 5 jährige Siegesserie in Barcelona mit einem 17-10 fortsetzen.

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Die Niederlage in der Vorwoche gegen die Dragons wirkte sich auf die Zuschauerzahl beim Heimspiel gegen Rhein Fire negativ aus, denn es kamen nur noch 11.166 Fans ins Stadion. Der amtierende World Bowl Champion aus Schottland konnte aber wieder nicht an seine guten Leistungen anknüpfen und sah sich bereits nach dem ersten Viertel mit 13-0 hinten. Fire Quarterback T.J. Rubley hatte Bill Schroeder mit einem 15 Yards und Michael Dritlein mit einem 39 Yards Touchdown Pass (ein Extrapunkt gut) bedient und so die Führung rausgespielt.

Weitere Punkte folgten erst im dritten Viertel nach einem 32 Yards Field Goal von Claymores Kicker Kari Gronroos. Eventuell aufkeimende Hoffnung wurde durch T.J. Rubley direkt zu nichte gemacht als er aus 13 Yards Tight End A.J. Ofodile zum Touchdown traf (Extrapunkt gut).

Im letzten Spielabschnitt schaffte Manfred Burgsmüller noch ein 21 Yard Field Goal bevor Siran Stacy für die Schotten aus 11 Yard Entfernung in die Rheinische Endzone lief (Extrapunkt gut). Endstand 23-10 für Fire und wieder hatte die Offensive Line gehalten, keinen Sack zugelassen und gleichzeitig dem Laufspiel die Lücken für sensationelle 208 Yards geschaffen. Dabei wurde Ontiwaun Carter die Ehre zu Teil, als r Rhein Fire Running Back die 100 Yards Marke für Lauf Yards in einem Spiel zu erreichen.

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Äußerst schlecht waren die Admirals gestartet. Die Truppe um Coach Al Lugenbill stand in Woche drei noch ohne Sieg da, und da kamen ihnen die London Monarchs gerade Recht. 13.767 Zuschauer bevölkerten die ArenA und verfolgten das Spiel.

Von der ersten Sekunde an waren die Spieler der Admirals bemüht durch gute Leistung ihren, für Wutausbrüche bekannten Coach, ruhig und bei Laune zu halten. Ron Carpenter machte mit einem 50 Yards Return des Eröffnungs Kick Off den Anfang und ein Strahlen huschte über "Al´s" Gesicht. Kurze Zeit später schloß Brent Moss den Drive mit einem 8 Yards Lauf zu einem Touchdown ab (Extrapunkt gut). Weitere Lugenbillsche Mienenerhellung mußten auf das zweite Viertel warten bis Ralph Dawkins Amsterdam mit einem 5 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) weiter in Führung brachte. Ein 33 Yards Field Goal durch Monarchs Kicker Don Silvestri wurde zur Kenntnis genommen, aber reizte Admirals Quarterback Mike McCoy so sehr, daß er für 49 Yards auf A.C. Tellison zum Touchdown warf. Fade war nur der Beigeschmack des vergebenen Extrapunktes.

Kurz vor der Pause gelang Don Silvestri noch ein 35 Yards Field Goal, aber Coach Lugenbill konnte seine Jungs mit einem beruhigenden 20-6 Vorsprung in die Kabinen rufen. Dort fand er dann sicherlich auch lobende Worte für seine Defense, die bis zu diesem Zeitpunkt den englischen Spielmacher Stan White 5 mal durch einen Sack stoppen konnte.

Nach der Pause tat sich erst einmal nichts und das dritte Viertel schien einfach an den Spielern vorbei zu gehen. Im letzten Spielabschnitt kam die Admirals Defense noch einmal so richtig auf und setzte England Quarterback Stan White so sehr unter Druck, daß er an der eigenen 5 Yards Linie den Ball fumbelte und abgab. Admirals Ralph Dawkins nutzte diese Gelegenheit und erzielte aus 2 Yards Entfernung einen Touchdown (Extrapunkt gut). Damit nicht genug gelang Ron Carpenter einen Interception, der in der Monarchs Endzone gefumbelt wurde, was sich Safety Jey Phillips zu Nutze machte und den freien Ball zum Touchdown sicherte (Extrapunkt gut). Endstand 34-6 für die Admirals mit einem zufriedenen Al Lugenbill.

 

Dritter Spieltag im Überblick

Frankfurt Galaxy - Barcelona Dragons 17-10

Rhein Fire    - Scottish Claymores 23-10

London Monarchs - Amsterdam Admirals 6-34

Woche 4

Im Wonnemonat Mai bei frühlingshaften 20 Grad auf dem Thermometer läßt es sich wunderbar feiern und so kamen 32.690 Fans ins Waldstadion. Einige von ihnen wird man danach vielleicht nie wieder bei einem Galaxy Spiel gesehen haben, denn es war ein Trauerspiel. Claymores Kicker Wayne Lammle mit einem 41 Yard Field Goal im ersten Viertel und Galaxy Kicker Ralf Kleinmann mit einem 34 Yards Field Goal im zweiten Viertel waren die magere Ausbeute auf dem Scoreboard, ansonsten regierte an diesem Tage die Defense.

Frankfurts Defense z.B. sackte Claymores Quarterback Spence Fischer dreimal und die schottische Verteidigung schaffte es Frankfurts Offense auf magere 206 Yards zu halten und es schien als ob das Spiel in die Verlängerung gehen müßte. Müßte! - 33 Sekunden vor dem Ende des Spiels erkannte Claymores Quarterback Spence Fischer, daß Allen DeGraffenreid frei genug war um auf ihn zu passen und es kam zu einer 46 Yards Touchdown Pass Kombination.

Totenstille im Stadion und auch der Kicker der Claymores war so verdutzt, daß er den anschließenden Extrapunkt vergab. Die restlichen (Spiel-) Sekunden verstrichen lautlos und die sonst so fröhlichen Fans verließen mit gesenktem Kopf und ungewöhnlich still die Wettkampfstätte mit der sicheren Erkenntnis, daß es wieder einmal nichts mit einem World Bowl Finale in Frankfurt werden sollte.

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Amsterdam war noch im Rennen um die Vergabe des Austragungsortes für den 97er World Bowl, mußte dafür aber den Gast aus dem Rheinland schlagen. Lediglich 10.698 Zuschauer wohnten dieser spanneden Partie bei und erlebten gleich zu Beginn eine stark aufspielende Admirals Offense. Kicker Oliver Quass traf aus 24 Yards durch die Vertikalstangen und Brent Moss lief aus einem Yards Entfernung in die Fire Endzone (Extrapunkt gut), so daß es zum Ende des ersten Spielabschnittes 10-0 für die Admirals hieß. Dann setzte die Gegenwehr der Rheinischen ein, Quarterback T.J. Rubley passte für 38 Yards auf David Rhodes zum Touchdown (Extrapunkt vergeben) und ließ somit zur Pause die Chancen für Fire wieder steigen.

Nach dem Pausengetränk war es Ontiwaun Carter der mit einem 17 Yards Lauf zum Touchdown Fire in Führung brachte (Extrapunkt gut). Admirals Ralph Dawkins erzielte dann aber kurz vor Ende des dritten Viertels mit einem 15 Yards Lauf ebenfalls einen Touchdown (Extrapunkt vergeben) und die Männer aus Amsterdam lagen wieder mit drei Punkten vorne. Keine zwei Minuten später blockte Admirals Latario Rachal einen Fire Punt und sein Teamkollege Robert Hall sicherte den freien Ball in der Endzone zum Touchdown (Extrapunkt gut).

Es waren noch vierzehn Minuten zu spielen und Amsterdam lag nur zehn Punkte voraus, aber Rhein Fire schaffte es lediglich in der letzten Spielminute durch einen 41 Yard Pass von T.J. Rubley auf Bill Schroeder zu einem Touchdown zu kommen (Extrapunkt gut) und das Ergebnis somit auf 23-20 für die Admirals zu korrigieren.

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Im Stadion an der Stamford Bridge kam es zum Klassiker zwischen den Barcelona Dragons und den London Monarchs was immerhin 10.110 Zuschauer anlockte. Die sonst so schwachen Engländer spielten an diesem Tage wie entfesselt auf und Ed Hobbs trug sich als r mit einem 5 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) in die Scorer Liste ein. Don Silvestri folgte mit einem erfolgreichen 42 Yards Field Goal Versuch und Stan White passte erfolgreich für 6 Yards auf Terence Davis (Extrapunkt gut) bevor er selbst aus 2 Yards in die gegnerische Endzone lief (Extrapunkt gut).

24-0 im zweiten Drittel bei einer Partie Dragons gegen Monarchs ist in soweit ungewöhnlich, als daß die Monarchs diese Führung inne hatten. Barcelonas Jon Kitna schaffte es zwar Sheddrick Wilson über 5 Yards zum Touchdown anzuspielen (Extrapunkt gut) aber postwendend traf Monarchs Quarterback Stan White ebenfalls mit einem 5 Yards Pass Steve Brooks in die Endzone des Gegners (Extrapunkt vergeben) und zum Pausentee lagen die Männer von der Themse mit 30-7 vorn.

Das Blatt begann sich zu wenden als der Mexikaner Marco Martos einen Pass von Jon Kitna über 96 Yards in die Endzone der Monarchen trug. England kam zwar noch durch einen über die Endzone hinaus gespielten Punt zu zwei Punkten, da diese Situation einem Safety gleichkommt, aber von da an spielte nur noch Barcelona bzw. deren Quarterback Jon Kitna. Zuerst passte er für zwölf Yards und einen Touchdown auf Sheddrick Wilson (Extrapunkt gut), dann lief er selbst über ein Yards in die Endzone der Engländer (Extrapunkt gut).

Nachdem die Monarchs ebenfalls einen Punt über die Endzone hinaus beförderten und dieser Safety den Drachen zugerechnet wurde war es noch einmal Jon Kitna der aus einem Yards Entfernung die gegnerische Endzone erreichte. Man entschied sich beim Extrapunkt für eine 2-Punkte-Conversion um sich weiter in der Hoffnung tragen zu können das Spiel trotz eines Monarchs Touchdowns zumindest in die Verlängerung zu bekommen, aber der Versuch durch Jon Kitna schlug fehl. England hatte noch mehr als vier Minuten Restspielzeit und lag fünf Punkte zurück, aber es sollte nicht reichen. Die Monarchs schafften es zwar, die 19 Yards Linie der Dragons zu erreichen, aber Quarterback Stan White erlaubte sich drei Fehlversuche und ließ alle Hoffnung sterben.

Gerade mal 36 Offensive Yards konnten die Männer von der Insel in der zweiten Halbzeit erzielen und ließen der Anfangseuphorie der ersten Halbzeit nackte Tatsachen folgen, mit dem besseren Ende für Barcelona - 37-32.

 

Vierter Spieltag im Überblick

Scottish Claymores - Frankfurt Galaxy  9- 3

Rhein Fire     - Amsterdam Admirals 20-23

Barcelona Dragons - London Monarchs  37-32

Woche 5

Deutsches Derby Teil Eins - Der fünfte Spieltag sah die Paarung Frankfurt Galaxy gegen Rhein Fire im Düsseldorfer Rheinstadion vor den Augen von 32.140 Zuschauern. Es war ein äußerst schwaches Spiel und beide Angriffsformationen bekleckerten sich weiß Gott nicht mit Ruhm. Frankfurt wechselte sogar nach dem ersten Quarter Steve Pelluer durch Chad May ab um auf der Quarterback Position neue Impulse zu setzen. Heraus sprang lediglich ein 6 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) durch Vernon Turner in der letzten Spielminute der ersten Halbzeit. Demgegenüber produzierte die Offense von Rhein Fire nur magere 48 Yards in der ersten Halbzeit.

Kurz nach der Pause war es eine gute Defensive Leistung durch einen Interception von Aubrey Beavers, die Fire in aussichtsreiche Position brachte. Derrick "Showtime" nutzte die Möglichkeit und erzielte aus drei Yards Entfernung einen Touchdown (Extrapunkt gut).

Die Kicker von Fire, Manni Burgsmüller und Atle Larsen, vergaben im weiteren Verlauf des Spiels Field Goal Versuche und es lief auf eine Verlängerung hinaus. Acht Sekunden vor dem Ende der Partie, nachdem Rhein an der eigenen 10 Yards Linie den Drive aufgenommen hatte, war es dann Manni Burgsmüller, der mit einem 19 Yards Field Goal doch noch vor dem Ende der offiziellen Spielzeit für sein Team den 10:7 Sieg sichern und die stark angeknackste Kickerehre retten konnte. Innerhalb einer Woche hatte die Galaxy nun zwei Niederlagen während der letzten Spielminute hinnehmen müssen.

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Im Olympia Stadion von Barcelona trafen sich die heimischen Dragons und die Admirals aus Amsterdam. 14.152 Zuschauer verfolgten die Bemühungen der Teams den Sieg zu erspielen um damit dann auch gleichzeitig, aufgrund der Tabellensituation, Ausrichter des World Bowl 97 zu werden. Seattle Seahawks Quarterback Jon Kitna, der das Katalanische Team anführte legte von Beginn an mächtig los. Tyree Davis war seine erste punktebringende Anspielstation, die er aus 6 Yards Entfernung bediente (Extrapunkt gut). Dann passte er für 31 und 10 Yards auf Sheddrick Wilson jeweils zum Touchdown (beide Extrapunkte gut) um mit einem beruhigenden 21-0 in die Kabinen abzutauchen.

Die Pause bekam den Niederländern weitaus besser, als den Spaniern, denn Linebacker Marc Lillibridge nahm einen von Jon Kitna´s vier Interceptions auf und trug diesen 10 Yards in die Endzone zum Touchdown (Extrapunkt gut). Durch diese Defense Leistung angestachelt wollte die Offense um Quarterback Jay Fiedler nicht nachstehen. Er selbst war es, der nach einem 19 Yards Lauf einen Lateral Pass auf Running Back Brent Moss warf, welcher die Situation ausnutzte und nach weiteren 30 Yards erst in der Endzone mit sicheren sechs Punkten Halt machte (Extrapunkt gut). (Anmerk. d. Redaktion: Nach dem Erreichen der neutralen Zone darf ein Quarterback keinen Vorwärtspass mehr werfen. Ein Pass darf dann nur noch nach hinten bzw. seitlich geworfen werden - Lateral.)

Gleich zu Beginn des letzten Spielabschnittes war es dann Quarterback Jon Kitna, der mit einem 39 Yards Lauf Punkte erzielte (Extrapunkt gut) und die Dragons auf die Siegerstraße führte. Sein Pendant auf Admirals Seite, Quarterback Jay Fiedler, schaffte es zwar knapp vier Minuten vor Schluß mit einem 3 Yards Touchdown Pass auf Robert Hall (Extrapunkt gut) einen schnellen Drive mit 4 Spielzügen über 80 Yards abzuschließen, aber es sollte nicht ausreichen. Obwohl die Männer aus Amsterdam noch einmal das Angriffsrecht inne hatten schafften sie es nicht mehr nah genug an die Endzone der Dragons heranzukommen. Die Defense der Katalanen setzte den Quarterback der Admirals so unter Druck, daß er zum Scrambeln gezwungen war und somit die wertvolle Spielzeit heruntertickte. Mit 28-21 gewannen die Dragons das Spiel und gleichzeitig das Recht den World Bowl 1997 auszutragen, der fortan nur noch "La Gran Final" hieß.

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Hatte dieser Spieltag schon das deutsche Derby gesehen, kam es an der Stamford Bridge denn auch gleich zum britischen Derby, dem 11.210 Zuschauer beiwohnten. Clive Allen, Kicker der Engländer, brachte sein Team mit einem 30 Yards Field Goal in Führung und ließ im zweiten Viertel ein weiteres aus 27 Yards folgen. Zwischen diesen beiden Field Goals war es Larry Stallworth, der einen 29 Yards Pass von Quarterback Preston Jones zum Touchdown (Extrapunkt gut) fing und so stand es zur Pause 13-0 für die London Monarchs.

Mit weiteren drei Punkten durch ein Allen Field Goal aus 20 Yards Entfernung schienen die Engländer die Angelegenheit in trockene Tücher zu bekommen. Dann wurden allerdings Erinnerungen an die Vorwoche wach als Schottlands Running Back Siran Stacy sowohl einen 1 Yard Touchdown als auch die 2 Punkte bringende Conversion erlief und es mit einmal nur noch 16-8 hieß. Tatsächlich schafften es die Claymores dann noch bis zur 6 Yards Linie der Monarchen vorzudringen, aber ein Sack von Monarchs Richard Newbill und eine Strafe gegen die Schotten ließen deren Bemühungen ergebnislos verpuffen und besiegelten ihre 3. Niederlage im fünften Spiel.

 

Fünfter Spieltag im Überblick

Frankfurt Galaxy  - Rhein Fire     7-10

Amsterdam Admirals - Barcelona Dragons 21-28

Scottish Claymores - London Monarchs  8-16

Die Tabelle nach fünf Spieltagen (Saisonhälfte)

 

          S N U PF PG

*Barcelona Dragons 4 1 0 122 89

Rhein Fire     3 2 0 93 73

London Monarchs  2 3 0 74 114

Scottish Claymores 2 3 0 50 65

Frankfurt Galaxy  2 3 0 53 53

Amsterdam Admirals 2 3 0 91 89

* = Tabellenführer nach der Hälfte der Saison und somit Ausrichter des World Bowl.

(S = Sieg; N = Niederlage; U = Unentschieden;

PF = erzielte Punkte; PG = erzielte Punkte der Gegner)

 

Woche 6

Was für ein Spielplan, innerhalb von nur einer Woche kam es zum zweiten deutschen Derby. Diesmal war der Austragungsort natürlich das Waldstadion in Frankfurt und die Funktionäre konnten sich die Hände reiben, denn 39.182 Zuschauer bedeuteten eine neue Rekordkulisse seit der Wiedereinführung der Liga 1995. Galaxy Kicker Ralf Kleinmann erzielte mit einem 27 Yards Field Goal die ersten Punkte des Spiels und Quarterback Chad May baute die Führung durch einen 9 Yards Touchdown Pass auf Wide Receiver Mario Bailey aus (Extrapunkt gut).

Erst im zweiten Quarter, da aber richtig, kam die Angriffsmaschinerie von Fire in Gang. Quarterback T.J. Rubley warf Touchdownpässe für 42 Yards auf Bill Schroeder und für 13 Yards auf den "national" Receiver Babak Movassaghi (beide Extrapunkte gut) zur Halbzeitführung von 14-10 für Fire.

Im dritten Quarter ließen sich die Männer vom Rhein dann so richtig vorführen, Frankfurts Wide Receiver Jason Shelley vervollständigte einen 28 Yards Pass auf Mario Bailey zu dessen zweiten Touchdown (Extrapunkt gut). Außerdem verletzte sich Fire Quarterback T.J. Rubley so sehr, daß er durch Josh LaRocca ersetzt werden mußte.

Im Schlußviertel legte Ralf Kleinmann dann noch einmal drei Punkte durch ein 43 Yards Field Goal drauf und die Galaxy lag mit 20-14 in Front. Es waren noch knapp anderthalb Minuten zu spielen und Rhein Fire bekam das Angriffsrecht an der eigenen 25 Yards Linie. Quarterback Josh LaRocca (ausgeliehen von den Denver Broncos) hatte sich anscheinend sehr gut eingespielt, denn er trieb die Angriffsmaschine unaufhaltsam nach vorne in Richtung Galaxy Endzone. Das Unglaubliche geschah und 15 Sekunden vor Ende der Partie bediente er Sean Foster mit einem 7 Yards Pass zum Touchdown - Verlängerung (Overtime). HALT! Zu jedem Touchdown gehört ein Extrapunktversuch. Manni Burgsmüller hatte schon in der Vorwoche die Galaxy in der letzten Spielminute durch ein Field Goal auf die Verliererstraße geschickt. Würde der nicht immer ganz sicher wirkende Kicker vom Rhein erneut zuschlagen können? Ja. 21-20 für Rhein Fire und ein Kicker der sich von seinen Anfängen her doch stark gewandelt hatte und zu einer festen Größe im Team reifte.

 

 

Die Fans der Galaxy hatten ein Lösung des Problems. Sie forderten, daß die Spielzeit auf 59 Minuten gekürzt werden sollte.

Im Olympiastadion zu Barcelona empfingen die Dragons die London Monarchs und immerhin verfolgten 13.514 die Partie. Anfänglich tat sich erst einmal nicht viel, im ersten Viertel erzielten die Monarchs lediglich 2 Yards Raumgewinn, und erst im zweiten Quarter gab es Punkte. Monarchs Kicker Clive Allen verwandelte Field Goal Versuche aus 32 und 27 Yards Entfernung. Ohne Punkte wollte auch Quarterback Jon Kitna auf der Seite der Dragons nicht in die Pause gehen, aber der Star schien an diesem Tage nicht besonders gut drauf zu sein, denn unter anderem warf er einen Interception von der 1 Yard Linie und vergab sicher geglaubte Punkte. Dennoch schaffte er es später mit einem 3 Yards Pass auf Sheddrick Wilson (Extrapunkt gut) die Spanier zur Pausensangria in Front zu bringen.

Knüppeldick kam es für die Engländer an diesem Tage. Ihr Etatmäßiger Starting Quarterback Stan White war eh schon ausgefallen und mußte durch Preston Jones ersetzt werden, aber eben jener verletzte sich noch vor der Halbzeit so schwer am Knie, daß er das restliche Spiel von der Teamzone aus verfolgen mußte. So mußte der Mann aus der letzten Reihe, Quarterback Kerry Joseph, versuchen zu retten was zu retten war und er machte seine Sache blendend; unter anderem schaffte er es 10 Pässe in Folge zu vervollständigen.

Gut viereinhalb Minuten vor dem Ende der Partie nahm er an der eigenen 19 Yards Linie einen Drive auf, indem er z.B. einen vierten Versuch mit 15 Yards zu gehen vervollständigte. Joseph schaffte es den Ball in Field Goal Nähe zu bringen (43 Yards) und Kicker Don Silvestri krönte diese Leistung mit einem Schuß zwischen die Vertikelstangen. Drei Field Goals gegen einen Touchdown - 9-7 - die Monarchs kehrten als Sieger auf ihre Insel zurück.

...

9.021 Zuschauer beim Titelverteidiger. Die Scottish Claymores empfingen die Amsterdam Admirals, und zu ihrer bisherigen schlechten Leistung kam auch noch das schlechte Wetter, was sicherlich die Fans davon abhielt zahlreicher ins Stadion von ziehen.

Immerhin gingen die Claymores aber nach einem 22 Yards Field Goal von Kicker Kari Gronroos in Führung. Sein Pendant auf Admirals Seite, Oliver Quass, schaffte aber noch vor der Halbzeitpause mit einem 32 Yards Field Goal den Ausgleich. Die Schotten kontrollierten über lange Zeit das Spiel, schafften es aber nicht daraus Kapital zuschlagen. So verschoß Kicker Wayne Lammle z.B. zwei Field Goal Versuche und die Offense stützte sich fast ausschließlich auf Running Back Siran Stacy, der zwar rekordmäßige 43 Mal den Ball in Richtung Endzone trug, sie aber nicht erreichte.

So kam es, daß die Admirals Mitte des letzten Spielabschnittes durch ein 34 Yards Field Goal von Kicker Oliver Quass mit 6-3 in Führung gingen. Es waren zwar noch gut vier Minuten zu spielen, aber nach dem bis dahin Gezeigten bestand wenig Hoffnung auf Besserung. Ein lichter Moment des von den San Francisco 49ern ausgeliehenen Quarterbacks Dave Barr warf dann alles über den Haufen. Er sah, daß Yo Murphy auf seiner Passroute in der Mitte des Feldes schlecht gedeckt war, da jeder mit einem Wurf Richtung Seitenlinie rechnete damit die Spieluhr angehalten würde. Der Quarterback der Schotten riskierte einen Pass, brachte ihn an seinen Mann und der erreichte die Endzone. 50 Yards mit einem Spielzug überbrückt und sieben Punkte (Extrapunkt gut) erzielt;.mit 10-6 behielten die Claymores die Oberhand.

Sechster Spieltag im Überblick

Rhein Fire     - Frankfurt Galaxy 21-20

Amsterdam Admirals - Scottish Claymores 6-10

London Monarchs  - Barcelona Dragons 9- 7

Woche 7

War er in der Vorwoche noch der Held des Spiels gewesen so war Quarterback Kerry Joseph der große Verlierer, als die Monarchen zu Besuch ins Waldstadion nach Frankfurt kamen. 30.723 Galaxianer machten soviel Lärm, daß es am Ende für den englischen Spielmacher nur zu einer desolaten Leistung mit mehreren Interceptions reichte. Frankfurt profitierte von unglaublichen sechs Ballverlusten der Engländer. So war es z. B. Monarchs Kenny McEntyre der den Ball bei einem Punt Return an der eigenen 1 Yard Linie fumbelte und verlor. Frankfurts Running Back Bobby Phillips nutzte das Angriffsrecht zu einem 1 Yard Touchdown Lauf (Extrapunkt nicht gut) im nächsten Spielzug.

Im Zweiten Viertel war es dann Galaxy Quarterback Steve Pelluer, der mit einem 26 Yards Pass auf Tight End Vince Marrow für die nächsten Punkte sorgte. Um dem vergebenen Extrapunkt aus dem ersten Quarter nicht nachweinen zu müssen, entschloß man sich zu einer 2-Point-Conversion, die Bobby Phillips sicher in die Endzone trug. Englands Ron Dickerson, erzielte mit einem 33 Yards Lauf einen Touchdown (Extrapunkt gut). Insgesamt brachte es das Team in der ersten Halbzeit gerade einmal auf gesamt 97 Yards. Frankfurts Kicker Ralf Kleinmann sorgte mit einem 21 Yard Field Goal für den Pausenstand von 17-7.

Anfang des letzten Spielabschnittes wurden dann erst wieder die nächsten Punkte erzielt, Quarterback Steve Pelluer passte für 36 Yards auf Travis Hannah zum Touchdown (Extrapunkt gut). Der Widerstand der Monarchs war längst gebrochen und da die Defense der Galaxy die englische Offense weiterhin mächtig unter Druck setzte war es nur eine Frage der Zeit wann es zu einem weiteren folgenschweren Fehler kommen würde. Kerry Joseph, dem Quarterback der Engländer, passierte dann das Mißgeschick an der eigenen 1 Yard Linie den Ball zu verlieren und wieder war es Galaxy Running Back Bobby Phillips, der die Situation ausnutzte und den Ball beim nächsten Spielzug aus dieser Entfernung in die Endzone der Monarchs trug (Extrapunkt gut). 31-7 hieß es am Ende der Partie für Frankfurt, wobei sie alleine 21 Punkte nach Ballverlusten der Monarchs erzielt hatten.

...

Rhein Fire empfing die Claymores aus Schottland im Rheinstadion und 20.498 Zuschauer verfolgten die Partie. Dave Barr, Quarterback der Männer aus den Highlands, trug sich als r in die Scorerliste, mit einen 1 Yard Touchdown Lauf, ein (Extrapunkt gut), aber dann legte Fire los. Atle Larsen verwandelte einen Field Goal Versuch aus 41 Yard Entfernung und Manni Burgsmüller nahm aus 21 Yard Entfernung Maß und traf. Noch vor der Pause schaffte es dann Derrick "Showtime" Clark mit einem 1 Yard Lauf die Endzone zu erreichen (Extrapunkt gut) und Rhein Fire mit einer 13-7 Führung in die Pause gehen zu lassen.

Im dritten Spielabschnitt war es dann wieder der Running Back vom Rhein, der einen Touchdown erzielte, diesmal aus 3 Yards Entfernung (Extrapunkt gut). Eine sensationelle Passkombination brachte die Schotten sechs Minuten vor dem Ende wieder ins Spiel. Wide Receiver Eric Smith warf einen Pass über 43 Yards den Allen DeGraffenreid mit einem spektakulären Sprung in der Endzone fangen konnte (Extrapunkt gut).

Fire stand unter Druck und die Offense schaffte es nicht den Ball nach vorne zu bringen. Um die Claymores durch einen Punt aus der eigenen Endzone heraus nicht in günstige Feldposition zu bringen, entschlossen sich die Trainer um Galen Hall dazu einen Saftey hinzunehmen um den Ball mit einem regulären Kick Off möglichst weit in die schottische Zone zu befördern. Die Claymores spielten schnell - sehr schnell - und schafften es gefährlich Nahe an die Fire Endzone heranzu kommen. Letztendlich gelang es Quarterback Dave Barr sogar mit einem 14 Yards Pass auf Scott Couper einen Touchdown zu erzielen (Extrapunkt gut) bei gerade einmal 15 Sekunden Restspielzeit. Die Schotten führten mit 23-20, aber das Spiel war noch nicht vorbei! Fire marschierte.

Bis auf 2 Sekunden tickte die Uhr herunter. Dann schoß Atle Larsen aus einer Entfernung von 52 Yards in Richtung der Vertikalstangen in der schottischen Endzone. Bei dieser Entfernung gäbe es für ein Field Goal vier Punkte, die den Sieg bedeuten würden, aber jubeln taten die Claymores, denn der Versuch mißlang.

...

13.289 Zuschauer zogen in die Amsterdam ArenA ein um dem Match zwischen den heimischen Admirals und dem Gast aus Barcelona beizuwohnen, die den verletzten Jon Kitna auf der Quarterback Position durch Robert Dougherty ersetzen mußten. Terry Wilburn brachte die Katalanen mit einen 1 Yard Lauf in Führung (Extrapunkt gut), aber die Admirals zückten im zweiten Quarter alle Offense Waffen, die möglich waren. Kicker Oliver Quass erzielte aus 21 Yard Entfernung ein Field Goal, Ralph Dawkins lief über 1 Yard in die Endzone und Jay Fiedler passte für 9 Yards auf Darren Chandler zum Touchdown (beide Extrapunkte gut). Amsterdams Head Coach Al Lugenbill konnte zufrieden mit einer 17-7 Führung in die Pause gehen.

Dafür gab es aber dann im dritten Quarter einen Satz heißer Ohren. Barcelonas Quarterback Robert Dougherty nahm das Heft bzw. den Ball selbst in die Hand und lief über 9 Yards in die Endzone der Admirals (Extrapunkt gut). Roderick Green toppte dies dann noch mit einem 31 Yard Interception Return Touchdown. Barcelona lag wieder in Front (21-17), aber es stand noch das letzte Quarter auf dem Plan.

Amsterdams Kicker Oliver Quass traf diesmal aus 33 Yards Entfernung zum Field Goal und (Backup) Quarterback Mike McCoy schaffte es mit einem 10 Yards Lauf die Führung zu erzielen. Aufgrund der Punkte Konstellation versuchte man eine 2-Point-Conversion, damit die Katalanen gezwungen würden mindestens zwei Field Goals oder einen Touchdown zum Gleichstand zu erzielen, aber der Versuch mißlang und es blieb bei fünf Punkten Differenz (26-21).

Siebeneinhalb Minuten verblieben den Männern von der Iberischen Halbinsel noch die Partie herumzureißen, aber sie rissen anscheinend etwas Anderes. Bei etwas mehr als einer Minute Restspielzeit hatten die Dragons einen First Down an der 1 Yard Linie der Admirals, aber sie schafften es nicht, u.a. wegen Strafen, die sie zurück warfen, daraus einen zählbaren Erfolg zu machen. Böse Zungen könnten ja jetzt wieder behaupten, daß die Männer von Head Coach Jack Bicknell nicht ganz bei der Sache waren, da sie ja die Teilnahme am World Bowl sicher hatten, aber jedesmal in solchen Situationen wird immer wieder versichert, daß hier Profis am Werk sind, die jedes Spiel gewinnen wollen.

Siebter Spieltag im Überblick

London Monarchs  - Frankfurt Galaxy  7-31

Scottish Claymores - Rhein Fire     23-20

Barcelona Dragons - Amsterdam Admirals 21-26

Woche 8

Auf dem Murrayfield bei Edinburgh kam es zur Begegnung Claymores gegen Galaxy, der 11.618 Zuschauer beiwohnten. Bis zur Halbzeitpause tat sich recht wenig und nur den finnische Kicker Kari Gronroos auf schottischer Seite sorgte mit einem 23 Yards Field Goal für Bewegung auf der Anzeigetafel. Ein Quarterback Sneak von der 1 Yard Linie durch den Ersatz Quarterback Spence Fischer ließ den Vorsprung der Schotten dann anwachsen (Extrapunkt gut) zumal es Siran Stacy auch noch schaffte aus 5 Yards Entfernung die Endzone der Galaxy zu erreichen (Extrapunkt gut).

Im letzten Spielabschnitt gelang es Chad May zwar mit einem 49 Yards Pass auf Jason Shelly einen Touchdown zu erzielen (Extrapunkt gut), aber das war dann auch alles an Gegenwehr auf Frankfurter Seite. Im Gegenteil, man ließ sogar zu, daß Siran Stacy noch einmal aus 5 Yards Entfernung in die Endzone marschieren konnte (Extrapunkt gut). Die Schotten konnten mit diesem 24-7 Sieg weiterhin von einer Titelverteidigung träumen.

...

Rhein Fire besuchte die Barcelona Dragons und es wurde ein feuriges Spielchen bei dem 13.670 Zuschauern jede Menge geboten wurde. Derrick "Showtime" Clark, der Running Back von Rhein Fire, trug sich als r in die Scorerliste mit einem 2 Yards Lauf Touchdown ein (Extrapunkt gut). Dann war es Quarterback T.J. Rubley, der mit einem 14 Yards Pass auf Bill Schroeder weitere Punkte folgen ließ (Extrapunkt gut). Barcelonas Butler By´not´e retournierte den daraufhin fälligen Kick Off über 96 Yards zum Touchdown (Extrapunkt nicht gut) und kurze Zeit später brachte sein Teamkollege, Kicker Jesus Angoy, die Katalanen mit einem 35 Yards noch weiter an Fire heran.

Die Antwort von Fire ließ nicht lang auf sich warten und so schafften es Quarterback T.J. Rubley und Wide Receiver Bill Schroeder noch einmal, diesmal über 73 Yards, einen Touchdown zu erzielen (Extrapunkt gut), so daß man mit einer beruhigenden 21-9 Führung in die Pause ging.

Wieder war es Running Back Derrick Clark, der als r in der zweiten Spielhälfte zu Punkten kam, nachdem er aus 6 Yards Entfernung die Endzone erreicht hatte (Extrapunkt gut). Barcelonas Quarterback Jon Kitna ließ dann auch mal sein Können aufblitzen und passte für 45 Yards auf Alfonzo Browning zum Touchdown (Extrapunkt gut) und gestaltete damit das dritte Quarter ausgeglichen.

Im letzten Spielabschnitt traf Fire Kicker Atle Larsen aus 43 Yards zwischen die Vertikelstangen bevor es wieder Barcelonas Jon Kitna war, der diesmal für 12 Yards auf Tyree Davis passte (Extrapunkt gut),und die Katalanen näher ranbrachte. Mr. "Showtime" Derrick Clark machte alle Hoffnungen der Spanier zunichte, als er mit einem Lauf über 16 Yards die Endzone erreichte (Extrapunkt gut) und das Ergebnis auf 38-23 hochschraubte, bei dem es auch bis zum Schluß blieb.

Die beiden Fire Running Backs Derrick Clark (119 Yards) und Ontiwaun Carter (121 Yard) sorgten mit ihren Leistungen dafür, daß Rhein sich ein weiteres Mal in die Analen der World League Geschichte eintragen durfte. Es war das Mal, daß ein Team in einem Spiel zwei Running Backs hatte, die jeweils mit ihren Läufen über die 100 Yards Marke kamen, wobei "Showtime" Clark auch noch den Rekord egalisierte in einem Spiel drei Mal per Lauf die Endzone erreicht zu haben.

...

Im Stadion an der Stamford Bridge fanden sich mal wieder nur 9.150 Zuschauer ein obwohl der Gegner der heimischen Monarchen die Admirals aus Amsterdam waren und beide noch im Rennen um die World Bowl Teilnahme waren. Die Niederländer meldeten als ihre Ambitionen an, indem Quarterback Mike McCoy über 10 Yards auf Latario Rachal zum Touchdown passte (Extrapunkt gut). Beiden Defensive Seiten prägten die Partie, und so kam es, daß die Monarchs in der ersten Halbzeit nicht ein einziges Yards an Offense Leistung vorweisen konnten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es ihnen den Vorwärtsgang einzulegen und auch zu punkten. Kicker Don Silvestri erzielte ein 49 Yards Field Goal.

Im letzten Spielabschnitt versuchte er dann mit einem 51 Yard Field Goal Versuch, welcher vier Punkte eingebracht hätte, den Ausgleich zu erzielen. Der Versuch wurde von den Admirals geblockt und deren Safety Robert O´Neal schnappte sich das Ei und trug es in die Endzone der Monarchs (Extrapunkt nicht gut). Statt des erhofften Ausgleichs lagen die Engländer nun mit 13-3 hinten, aber Ersatz Quarterback Charles Puleri ließ knapp vier Minuten vor dem Ende der Partie noch einmal Hoffnung aufkommen, als er mit einem 6 Yards Touchdown Pass Terence Davis bediente. Da der Extrapunkt aber vergeben wurde lagen die Männer von der Insel mit vier Punkten hinten.

Weitere Bemühungen vielleicht doch noch das Spiel zu kippen wurden von der sehr stark aufspielende Defense der Admirals im Keime erstickt und sicherten so deren Sieg. Hatten die Engländer in der ersten Halbzeit mit ihrer Offense Leistung für eine Lachnummer gesorgt, so war die Offense aus Amsterdam die absolute Krönung. Insgesamt ließen sie acht Sacks zu und in der zweiten Halbzeit brachten Sie es fertig mit einer Gesamtleistung von minus zwei Yards das Feld zu verlassen. Verwunderlich nur, daß Al Lugenbill, der Head Coach, keinen Herzinfarkt bekam.

Achter Spieltag im Überblick

Frankfurt Galaxy  - Scottish Claymores 7-24

Rhein Fire     - Barcelona Dragons 38-23

Amsterdam Admirals - London Monarchs  13- 9

Woche 9

Waldstadion Frankfurt, Samstag, 7. Juni 1997, tolles Wetter, 27 Grad - was für ein Tag! Es war schon ein besonderer Tag, ein Abschiedstag - die Medien hatten es verkündet. Alle, die auch nur irgendwie die Möglichkeit hatten, kamen und es wurden 40.743 gezählt um IHN zu verabschieden. Das Enfant Terrible der Liga, der Mann der die Galaxy so erfolgreich gemacht hatte und sie auch zu ihrem größten Erfolg geführt hatte (World Bowl 95), der Mann der schon in die Pro Football Hall of Fame (Ruhmeshalle) aufgenommen wurde bestritt an diesem Tage sein letztes Heimspiel an der Seitenlinie der Frankfurter als Head Coach - Ernie Stautner.

Die Hintergründe für diesen Abgang muß man sicherlich an anderer Stelle nachlesen, etwa hier..., aber die Atmosphäre knisterte schon gehörig vor Spannung, als sich Ernie Stautner nach dem Spiel von den Fans mit einer kleinen Ansprache verabschiedete. Gewaltige Szenen spielten sich ab; nicht ein einziger hatte nach dem Spiel diesen Ort verlassen; frenetisch huldigten die Leute im Stadion ihrem Head Coach. Alle hatten sich von ihren Plätzen erhoben; diese "Standing Ovation" rührte selbst diesen gestandenen Mann zu einer Träne im Augenwinkel und die Spieler kamen und verabschiedeten sich auch so herzlich, als ob sie einen guten Freund verlieren würden. Von offizieller Seite (weder Liga noch Team) kam keiner um "Good Bye"zu sagen, man hatte sich in "beiderseitigem Einverständnis" getrennt, wie es schön in unserer Umgangssprache als Redewendung heißt.

Das vorangegangene Spiel sah die Spanier als auf der Anzeigetafel durch ein Field Goal von Jesus Angoy aus 31 Yard Entfernung. Diese Führung baute Jon Kitna dann mit einem 2 Yards Touchdown Pass auf Sheddrick Wilson (Extrapunkt gut) noch vor dem Ende des ersten Quarters aus, aber dann schlug Frankfurt zurück.

Im zweiten Viertel erzielte Bobby Phillips mit Läufen über 4 Yards und über 1 Yard zwei Touchdowns und dazwischen passte Quarterback Chad May für 7 Yards auf Jason Shelly zu einem weiteren Touchdown. Da alle drei Extrapunkte durch Ralf Kleinmann verwandelt wurden ging man mit einer 21-10 Führung in die Pause.

Im dritten Spielabschnitt addierte man die seltene Punktzahl zwei auf das Konto der Galaxy, da die Dragons einen Puntversuch über ihre eigene Endzone hinaus warfen. Im Schlußviertel erzielte Ralf Kleinmann Field Goals aus 32 und 42 Yards Entfernung. 29 Punkte hatten die Frankfurter erzielt, ohne daß Barcelona auch nur den Hauch einer Chance hatte dies zu verhindern. Zwar schaffte es Dragons Quarterback Jon Kitna noch einen 36 Yards Pass auf Tyree Davis zum Touchdown anzubringen (Extrapunkt gut), aber die Niederlage war besiegelt und fiel mit 29-17 recht deutlich aus. Ein schönes Abschiedsgeschenk für Ernie Stautner vor eigenem Publikum.

...

Die Admirals wollten sich für die schlechte Leistung aus der Vorwoche rehabilitieren, mußten aber schon wieder auswärts antreten und das bei einem Gegner der als Tabellenführer vom Platz gehen konnte, Rhein Fire. 23.697 Zuschauer versammelten sich in der Düsseldorfer Sportarena und wurden pitsche Naß. Ein Gewitter stand über dem Oval, Blitze zuckten am Himmel, der Donner ließ die Betonschale erzittern und es goß wie aus Eimern. Dies alles schien die Männer um Al Lugenbill sehr zu beeindrucken, denn sie ließen sich ohne Gegenwehr auseinander nehmen.

Derrick Clark, Running Back von Fire, legte mit einem 12 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) den Grundstein für das Punktekonto der Rheinischen. Manni Burgsmüller schaffte es dann im zweiten Quarter das Ei aus 23 Yards Entfernung zwischen die Torstangen zu plazieren, ehe "Showtime" Clark ein zweitesmal zuschlug und, diesmal aus 9 Yards Entfernung, in die Endzone der Admirals spazierte. (Extrapunkt gut).

In der zweiten Spielhälfte schien dann keiner mehr so richtig Lust zu haben und es tat sich nicht mehr viel. Einzig Fire Safety Lee Cole hatte einen lichten Moment und fing einen Pass der Admirals ab. Diesen Interception trug er über 34 Yards zum Endstand von 24-0 in die Amsterdamer Endzone zurück. Fire hatte mit Ontiwaun Carter (91 Yard) und Derrick Clark (82 Yards), wie schon während der gesamten Saison, ein überragendes Laufspiel gezeigt, dem die Niederländer lächerliche 30 Yards aus 20 Laufversuchen gegenübllten. Head Coach Al Lugenbill, mußte also die zweite Blamage innerhalb einer Woche hinnehmen, die diesmal noch schmerzhafter war, da es ein "shut out" war.

...

The Battle of Britain Teil 2 wurde im Murrayfield zu Edinburgh gegeben. 16.115 Fans verfolgten die Versuche der Schotten das Endspiel vielleicht doch noch zu erreichen, aber Tony Vinson brachte erst einmal die Monarchen mit einem Touchdown in Führung, als er aus zwei Yards Entfernung in die Claymores Endzone marschierte (Extrapunkt gut).

Kari Gronroos, der Kicker der Schotten erzielte dann im zweiten Quarter Field Goals aus 30 und 27 Yards Entfernung, aber zwischen diesen beiden Versuchen hatte Kicker Clive Allen für die Monarchen aus 22 Yards Entfernung getroffen, so daß es mit 10-6 aus der Sicht der Londoner in die Pause ging.

Kari Gronroos erzielte im dritten Quarter noch mal ein Field Goal aus 35 Yards Entfernung, aber vergab Anfang des letzten Spielabschnittes aus 28 Yards Entfernung die Chance die Führung zu erzielen. Die Schotten hatten das Spiel über dominiert, es aber verpasst Punkte daraus zu machen. Quarterback Dave Barr wurde sieben Mal gesackt und als er gut eine Minute vor dem Ende der Partie seinen zweiten Interception warf, waren die Chancen auf einen Sieg gänzlich vertan. Es blieb beim äußerst knappen 10-9 für die Monarchs.

Neunter Spieltag im Überblick

Barcelona Dragons - Frankfurt Galaxy  19-27

Amsterdam Admirals - Rhein Fire     0-24

London Monarchs  - Scottish Claymores 10- 9

Woche 10

Das letzte Spiel! Ernie Stautner stand zum letzten Mal an der Sideline der Galaxy und das vor der tollen (Rekord-) Kulisse von 19.486 Zuschauern in der Amsterdam ArenA. Frankfurts Quarterback Chad May versüßte dann seinem Head Coach die Abschiedsparty mit einer Touchdown Kombination über 47 Yards auf Travis Hannah (Extrapunkt gut).

Die Galaxy Defense ihrerseits gab eher etwas Saures bei. Noch vor der Halbzeitpause ließ sie den Ausgleich durch einen 6 Yards Lauf von Brent Moss zu (Extrapunkt gut), der gleich darauf im dritten Spielabschnitt einen 9 Yards Touchdown Lauf (Extrapunkt gut) folgen ließ. Der dänische Kicker auf Seiten der Admirals steuerte dann noch zwei Field Goals aus 34 und 19 Yards Entfernung bei und da das letzte Viertel Punktlos blieb ging die Abschiedsvorstellung des Frankfurter Head Coaches mit 20-7 gehörig in die Hose. Man kann vielleicht nicht gerade von einem Totalausfall sprechen, aber fünf verlorene Fumbles und fünf Quarterback Sacks sprechen Bände.

An diesem Tage verlor die Galaxy nicht nur das Spiel - Good Bye Coach Stautner.

...

Auf dem Weg zum Finale mußte Rhein Fire noch ein Spiel bei den Monarchs bestreiten. 10.462 Zuschauer kamen an die Stamford Bridge und erlebten einen unverständlich schwachen Gast. Fire Kicker Atle Larsen erzielte im zweiten Quarter zwar aus 44 Yards Entfernung ein Field Goal, aber der Rest ist Schweigen. Ganze 50 Yards an Offense Leistung brachten die Männer vom Rhein zu Stande und die Defense hielt auch nicht stand. Noch vor der Pause schaffte es Monarchs Quarterback Charles Puleri mit einem 38 Yards Pass auf Tight End Michael Titley per Touchdown (Extrapunkt gut) die Führung zu erzielen.

Nach der Halbzeitunterbrechnung war es wieder einmal Derrick "Showtime" Clark, der mit einem 1 Yard Lauf in die Endzone der Monarchs für die Führung sorgte (Extrapunkt), die das Team dann auch nicht mehr abgab. Zwar leistete sich Josh LaRocca noch diverse Schnitzer in Form von Interceptions, obwohl die O-Line hielt und zum neunten Mal in zehn Spielen keinen Sack zuließ, aber die Monarchs waren nicht in der Lage Verwertbares daraus zu machen und zogen mit 7-10 den Kürzeren.

 

 

Galen Hall erklärt seinen Spielern, wie man es richtig machen sollte.

Im eigenen Stadion wollten sich die Dragons für den eine Woche später stattfindenden World Bowl warmspielen und da kam der noch amtierende Titelträger gerade recht, aber lediglich 10.523 Fans waren an diesem Aufwärmspiel interessiert. Schottlands Kicker Kari Gronroos eröffnete den Punktereigen mit einem 24 Yards Field Goal, aber dann kam Jon Kitna. Der Quarterback der Katalanen feuerte eine 42 Yards Bombe zum Touchdown auf Marco Martos ab (Extrapunkt gut) und legte dann noch einen 16 Yarder auf Sheddrick Wilson drauf (Extrapunkt gut).

Daß der anschließende Kick Off durch Eric Davis über 95 Yards zum Touchdown für die Schotten zurückgetragen wurde beeindruckte Kitna wenig. Der Dragons Quarterback warf noch Touchdownpässe über 8 Yards auf Marco Martos und über 14 Yards auf Tyree Davis bevor Kicker Jesus Angoy mit einem 21 Yard Field Goal den 31-10 Halbzeitstand erzielte.

Die Schotten gaben aber noch nicht auf und so erzielte Yo Murphy nach einem 7 Yards Pass von Dave Barr und der erfolgreich gepassten 2-Point-Conversion acht Punkte für sein Team im dritten Quarter. Barcelona beließ es bei einem einfachen Extrapunkt, nachdem ihr Quarterback Jon Kitna seinen Tight End Bryce Burnett mit einem 6 Yards Pass in die Endzone bedient hatte.

Tyree Davis war es, der im letzten Viertel einen Punt der Schotten aufnahm und ihn über 79 Yards zum Touchdown zurück trug. Warum Jack Bicknell, Head Coach der Dragons, dann allerdings beim Extrapunkt trotz der eindeutigen Führung seinen Quarterback Jon Kitna einen 2-Punkte-Versuch ausführen ließ, den dieser auf Browning passte und traf, wird wohl ewig das Geheimnis des Trainers bleiben. Jedenfalls war man mit diesem 46-18 Sieg bestens gerüstet eine Woche später Rhein Fire zu empfangen und um die Kugel zu spielen.

Zehnter Spieltag im Überblick

Frankfurt Galaxy  - Amsterdam Admirals 7-20

Rhein Fire     - London Monarchs  10- 7

Scottish Claymores - Barcelona Dragons 18-46

Die Tabelle nach zehn Spieltagen (Abschlußtabelle)

 

          S N U PF PG

#Rhein Fire    7 3 0 206 146

*Barcelona Dragons 5 5 0 236 209

Scottish Claymores 5 5 0 134 154

Amsterdam Admirals 5 5 0 156 160

Frankfurt Galaxy  4 6 0 147 142

London Monarchs  4 6 0 116 184

* = Tabellenführer nach der Hälfte der Saison und somit Ausrichter des World Bowl.

# = Tabellenführer nach Ende der Saison (beste

Gesamtbilanz) und somit Teilnehmer am World Bowl.

(S = Sieg; N = Niederlage; U = Unentschieden;

PF = erzielte Punkte; PG = erzielte Punkte der Gegner)

 

Rhein Fire, der „Emporkömmling“ führte die Liga klar mit zwei Spielen Vorsprung vor dem Zweitpllazierten an. Jetzt mußte das Team in Barcelona beweisen, ob es wirklich das beste der Liga war.

Nach der Saison schafften es 118 Spieler der WLAF in die Mannschaftskader der 30 NFL Teams.

Im Oktober starteten die London Monarchs den allerletzten Rettungsversuch. Sie benannten sich in England Monarchs um und gaben bekannt, daß sie nun als Vertreter des Landes über die Dörfer tingeln wollten. Drei Spiel in der Saison 1998 wollten sie im Crystal Palace National Sports Centre austragen, die restlichen in Bristol und Birmingham.

Zwei Wochen später zollte die Liga den Zuschauern in Frankfurt ihren Tribut und vergab den World Bowl 1998 nach Frankfurt. Damit fiel auch die umstrittene „erste Saisonhälfte - zweite Saisonhälfte“ Regelung endlich weg. Im Endspiel würden sich der erst- und zweitplazierte gegenüberstehen.

 

 

Die NFL war um ihren Ableger in Europa sehr besorgt. Die Zuschauerzahlen waren, um es jugendfrei auszudrücken, bescheiden. Das Schicksal der Monarchs konnte die Verantwortlichen nicht kalt lassen. Vom König zum Bettelmann war das einstige Flaggschiff der Liga heruntergekommen.

Die, die am liebsten gleich mit mehreren Teams auf der Insel die Liga gegründet hätten, waren fassungslos. Frankfurt boomte und London spielte unter Ausschluß der Öffentlichkeit... verkehrte Welt.

Bei den Bossen der Liga rauchten die Köpfe. Brainstorming war angesagt, und eine Rettung mußte realisiert werden.

Als erstes wollten die Verantwortlichen zeigen, wie sehr die NFL hinter ihrem Sprößling stand. Die Welt Liga des American Football wurde umbenannt in National Football League Europe. Damit sollte das Band zwischen den Beiden verstärkt hervorgehoben werden.

FOX, der übertragende TV Sender in den Staaten vernahm es mit Freude und verstärkte seinerseits das Engagement in der Liga. Deichmann, Karstadt und viele andere auf dieser Seite des Atlantiks vernahmen die Botschaft ebenfalls mit Freude und sprangen auf den Sponsoren Zug.

All das wurde im Januar beschlossen und die Liga hoffte auf die Zugkraft des neuen Namens.

War nix!

Die Briten ignorierten die Monarchs weiterhin. WLAF hin, NFLE her, die England Monarchs waren zum Aussterben verurteilt. Nur noch 110.478 Zuschauer wollten das Team sehen, Auswärts wie zu Hause. Wenn man jetzt bedenkt, daß davon allein 50.000 Zuschauer zu den Auswärtsspielen in Frankfurt (30.000) und Düsseldorf (20.000) kamen war der logische letzte Schritt nicht mehr zu vermeiden: Nach der Saison 1998 waren die London - England Monarchs Geschichte.

Die Zuschauer, die zur NFLEL, wie die Liga eine kurze Zeit hieß, kamen, sahen viele gute Spiele. Das letzte L in NFLEL wurde alsbald weggelassen.

Schon vor dem Start der Saison stand ja das Waldstadion in Frankfurt als Austragungsort des World Bowls fest. Klar, daß der Lokalmatador auf seine Teilnahme in diesem Spiel fixiert war.

 

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