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Saisonstart: Der Anfang vom Ende
Diesmal wurden vor dem Beginn der eigentlichen Saison Vorbereitungsspiele abgehalten. Nach dem Trainingslager, eine Woche vor dem Start der 2. Saison, spielten die Mannschaften in sogenannten "Tiebreaker" Spielen gegeneinander. Unter diesem Namen wollte man den Spielen eine gewisse Bedeutung verschaffen. Wenn Frankfurt und New York, die sich in einem solchen Tiebreaker Spiel gegenüber standen, am Ende der Saison punktgleich wären, würde derjenige von ihnen in die Play-Offs kommen, der dieses Spiel gewonnen hätte.
Nachdem die Galaxy schnell durch einen Touchdownpaß in Führung gegangen war, kam Maslo für den Extrapunkt auf den Platz. Diesen schoß er, wie viele schon vorher ahnten, an den Stangen vorbei und sich damit aus der Mannschaft.
Man konnte froh darüber sein, daß die Galaxy ihren Tiebreaker mit 9:28 so deutlich verlor, denn einer mißlungenen Generalprobe sollte ja immer eine gelungene Uraufführung folgen. Und so war es dann auch. Am 21. März 1992 hieß der erste Gegner Barcelona Dragons, in Barcelona. Mit den Drachen hatte die Galaxy noch eine Rechnung offen, die sie sogleich beglich. Nur durch eine lustlose Vorstellung der London Monarchs im letzten regulären Spiel der Saison 91, gelang Barcelona der Einzug in die Play-Offs und dann weiter in den World Bowl. Aus diesem Grund kam den Frankfurtern diese Begegnung als Auftakt gerade recht. Man war hochmotiviert und von der gerechten Sache überzeugt in der katalanischen Hauptstadt angekommen. Woran es dann im Endeffekt wieder fehlte, war die mangelnde Abstimmung in der Offense. Mike Perez warf wieder einige Pässe in den freien Raum. Auch den Verteidigern der Dragons warf er wieder etliche Bälle zu. Gott sei Dank konnten diese nicht alle fangen.
Zur Halbzeit stand es, dank der Leistung der Defense, die man eigentlich nicht mehr besonders zu erwähnen braucht, 0:0.
Nach der Halbzeit kam dann auch die Offense endlich in Gang. Perez traf überraschenderweise die eigenen Leute mit seinen Pässen, Tony Baker bekam den Raum, den er brauchte von seinen Linespielern, und einen zuverlässigen Kicker hatte die Galaxy mit Bobbie Keen jetzt auch endlich.
Jack Bicknell sah die Sache mit diesem Kicker etwas anders. Er setzte Robbie Keen eine Woche zuvor vor die Tür, und verließ sich lieber auf die Leistungen von Teddy Garcia. Garcia verschoß zwei Field Goals gegen Frankfurt, und Keen traf zum 3:0 aus 47 Yards.
Der erste Spielzug der Galaxy im 4. Viertel brachte die 9:0 Führung. Perez traf Chad Fortune mit einem 38 Yards Touchdownpaß. Keen verwandelte den Extrapunkt. Dieses Ereignis war bei der Galaxy ja noch erwähnenswert, sollte aber bald zum Alltag gehören.
Die erfreulichste Meldung betraf zum guten Schluß dann noch die Defense. Endlich kam sie zu ihrem ersten Touchdown. Weniger als eine Minute war noch zu spielen. Die Dragons hatten den Ball an der eigenen 7 Yard Line. Scott Erney lief in die Endzone zurück um zu passen. In dem Moment erwischte Linebacker Lyneil Mayo ihn von hinten so hart, daß er den Ball verlor. Willie Don Wright, sein Linebacker Kollege angelte sich den Ball, und die beiden neuen Verteidiger der Galaxy sorgten für den ersten Defense Touchdown.
Nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit ging der 17:0 Sieg der Galaxy über den Europadivisionsrivalen aus Barcelona voll in Ordnung.
Die Ergebnisse des ersten Spieltags
Frankfurt 17:0 Barcelona
Birmingham 6:20 Sacramento
Ohio 9:13 Orlando
Montreal 16:17 San Antonio
London 26:20 NY/New Jersey n.V.
Das beste Spiel des Auftaktspieltags fand in London statt. Konnte man alle anderen Ergebnisse wieder als WLAF typisch abhaken, wurden wir aus dem Wembley Stadion mit einer Werbung für den Football verwöhnt.
In einem tollen Finish konnten die Monarchs eine 20:13 Führung der Knights noch egalisieren, um in der Verlängerung durch einen Interception Touchdown Return noch zu siegen.
Stan Gelbaugh paßte in diesem Spiel für über 300 Yards und 2 Touchdowns.
Die Monarchs wieder auf dem Alleingang ?
Gott sei Dank: NEIN!
Nachdem die Galaxy am ersten Spieltag den einen Finalisten des ersten World Bowls abgefertigt hatte, kämpfte sie am zweiten Spieltag den World Bowl Sieger nieder.
Am schönsten daran war die unglaubliche Moral, mit der Frankfurt an die Arbeit ging. Nach einem Interception von Kevin Wolfolk konnte die Offense die ersten drei Punkte des Spiele erzielen. Robbie Keen, Mr. Automatisch, traf aus 19 Yards.
Ein Paß von Perez auf Chad Fortune sorgte noch im ersten Viertel für eine 10:0 Führung. Im zweiten Viertel verwandelte Mr. Automatisch aus 37 Yards zum 13:0 für Frankfurt, bevor die Monarchs anfingen Traumfootball zu zelebrieren. Was nun folgte mußte auch der Galaxy Fan neidlos als Sternstunde des Footballs anerkennen. Zum zweiten Mal in den ersten zwei Wochen der neuen Saison sah man aus dem Wembley Stadion eine Werbung für das schönste Spiel der Welt.
Erst verkürzte Stan Gelbaugh durch einen tiefen Paß in die linke Ecke der Endzone auf Sargent auf 13:7. 30 Sekunden vor der Halbzeitpause lief Jeff Alexander aus drei Yards zur 13:14 Führung in die Endzone. Die Galaxy Verteidigung konnte die Line der Monarchs nicht mehr so gekonnt unter Druck setzen, wie sie das noch im ersten Viertel eindrucksvoll vorgeführt hatte. Doch das Debakel ging weiter. Den Kick-Off zur zweiten Halbzeit fumblete Tony Baker an der eigenen 32 Yard Line. Gelbaugh kam auf den Platz, nahm Maß und bediente Ford in der Endzone zur 13:21 Führung.
Daß Robbie Keen die Rettung der Galaxy sein kann, zeigte ein Punt von ihm, der genau auf der Goal Line liegen blieb. In dieser mißlichen Lage hatten die Frankfurter die Londoner auch schon im Auftaktspiel zur Weltliga im letzten Jahr gehabt. Und es kam, wie es kommen mußte. Im dritten Versuch warf Stan Gelbaugh einen präzisen Paß bis zur Mittellinie. Hier schüttelte Ford seinen Verteidiger ab und spazierte unbehelligt in die Endzone der Galaxy.
Die englischen Kommentatoren des Sportkanals sahen jetzt, im sicheren Gefühl des Sieges, schon ihren Ersatzquarterback aufs Feld kommen, damit er in diesem Trainingsspiel auch ein wenig Spielpraxis sammeln könnte. Doch jetzt bewies die Galaxy die schon eingangs erwähnte Moral. Den Kick-Off trug Baker bis zur eigenen 49 Yard Linie zurück, und nur drei Spielzüge später bediente Perez Richard Buchanan mit einem Touchdownpaß. Tony Baker erzielte einen 2 Punkte Conversion zum 21:28.
Im letzten Viertel verschoß Monarchs Kicker Phil Alexander ein Field Goal aus 46 Yards.
Der folgende Angriffszug der Galaxy ließ Mike Perez zum Liebling der Fans werden, wer hätte das einmal geglaubt. Ganz im Stil der San Francisco 49ers pflückte die Offense der Frankfurter, in deren Line Gerald Olszewski hervorragendes leistete, die Defense der Monarchs auseinander. Kurze Pässe in die Zone, vier Wide Receiver, und ein guter Läufer; dann der lange Paß, alles wurde hervorragend gemixt. Zweimal lief Perez selber, um einige Yards zu machen. Was die Galaxy hier zeigte war perfekter Angriffsfootball. Zwar brauchte man in diesem Drive zwei Vierte Versuche, doch dieser Mut wurde mit einem Touchdownpaß auf Buchanan belohnt.
28:28. Was für ein tolles Spiel. Und noch vier Minuten zu spielen. Genug Zeit für London. Diese aber mußten sich wieder dem Druck der Frankfurter Verteidigung beugen und sie punteten bei einem Vierten und Eins an der Mittellinie.
Frankfurt marschierte wieder ungewohnt souverän das Spielfeld hinunter, und der Mann auf den man sich verlassen kann, Robbie Keen, schoß aus 18 Yards zum 31:28 Sieg für die Frankfurt Galaxy.
Nach den 11 Punkten, die die Galaxy gegen Orlando aufholte im letzten Jahr, waren die 15 Punkte die sie hier aufholten neuer Saisonrekord der Weltliga.
Wer dieses Spiel nicht sah, versäumte eine Sternstunde des Footballs.
Die Ergebnisse des zweiten Spieltags
Frankfurt 31:28 London
NY/New Jersey 14:15 Barcelona
Sacramento 17:6 Ohio
San Antonio 10:17 Birmingham
Orlando 29:31 Montreal
New York konnte in Europa einfach kein Saisonspiel gewinnen. Trotz einer grauenhaften Vorstellung der Dragons verstanden die Knights es nicht, den Sieg über die Runden zu schaukeln. Man wußte zwar nicht, wie die Vereinbarung der Knights mit den Oilers aussieht, aber es konnte nicht klug sein, den Ersatzmann (und Nachfolger ???) von Warren Moon einzusetzen, und Brent Pease draußen zu lassen.
Dazu kam eine unmögliche Leistung der New Yorker Verteidigung, und schon wieder war es der Mannschaft aus dem Big Apple nicht möglich der Galaxy Schützenhilfe zu leisten.
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Montreal war der Austragungsort des nächsten World Bowl und natürlich wollte die Machine vor heimischer Kulisse der zweite Gewinner dieses Endspiels werden. Sekunden vor Ende der Partie gegen Orlando gelang ihnen ein Schritt in die Richtung World Bowl II. Knapp konnte der Donner mit 31:29 besiegt werden.
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In den anderen Partien wieder typische WLAF Kost. Von Glory keine Spur, Ohio reihte sich nahtlos an die Leistungen seines Vorgängers Raleigh - Durham an. Das lockte die Amerikaner wieder nicht vor den Fernseher, und anscheinend auch keine Europäer mehr in die Stadien.
Erschreckend, alarmierend, ja erbärmlich war es, was die Fans in Barcelona und London boten. Bei keinem der vier Spiele in den beiden Städten kamen auch nur annähernd 30.000 Zuschauer. Gerade für die Millionen - Metropole London ist das ein absolutes Armutszeugnis. Erinnern wir uns, daß gerade die Engländer so laut nach MEHREREN WLAF Teams schrieen, und dann kommen sie noch nicht einmal zu dem einen. Gerade 21.799 Zuschauer verloren sich im riesigen Wembley Stadion beim Spiel gegen die Galaxy. Sollte das der endgültige Todesstoß für die Liga werden?
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Für die Galaxy hieß es jetzt endlich: Ab nach Hause, nach Frankfurt. Hier sollte in der dritten Woche endlich das langersehnte erste Heimspiel stattfinden. Und hier fanden wir auch ein ganz anderes Publikum.
33.857 Zuschauer aus der ganzen Galaxis bevölkerten das Frankfurter Waldstadion, um ihre Helden, die endlich "back in town" waren, zu begrüßen. Frenetisch jubelten sie Jack Elway und seinen "Herzinfarktjungs“ zu, als diese auf den Platz liefen. Jetzt, vor heimischer Kulisse, waren alle Zeichen auf den dritten Sieg in Folge gestellt, doch das Feuer aus Birmingham machte einen Strich durch diese Rechnung.
Die Verteidigung der Galaxy war zu keinem Zeitpunkt des Spiels in der Lage, das gegnerische Laufspiel zu stoppen. Dazu kamen sieben Strafen, darunter etliche dumme Offsides, die Birmingham ohne eigenes zutun weiter nach vorne brachten.
Die Offense. Die Offense...? Welche Offense...? Hatte Frankfurt eine Offense mit aus der Kabine gebracht...? Wenn, ja, so mußte sie völlig untergegangen sein. Zwar holte Frankfurt 266 Yards Bodengewinn (Birmingham 286), aber die völlige Hilflosigkeit, die die Spieler ab der gegnerischen 30 Yard Line befiel war einmalig in der Welt des Footballs.
In einem bestimmt spannenden, aber keineswegs guten Spiel, gewann die Mannschaft aus Alabama verdient mit 17:7.
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London mußte nach Barcelona, wo wieder nur etwa 20.000 Interessierte im Stadion saßen. Sie sahen Football zum Bauchschmerzen kriegen, oder auch ein typisches Weltligaspiel, wie die Experten eine solche Vorstellung nennen.
Fumbles, Interceptions, Sacks, Pässe ins Nichts, all das, was man ja so lieb gewonnen hatte an dieser Liga. Stan Gelbaugh sorgte mit acht Interceptions für einen neuen Rekord in der WL.
Im strömenden Regen gewannen die Dragons knapp und glücklich mit 13:7
Die Ergebnisse des dritten Spieltags
Birmingham 17:7 Frankfurt
London 7:13 Barcelona
Montreal 7:14 Sacramento
San Antonio 9:3 NY/New Jersey
Orlando 28:3 Ohio
Montreal konnte wieder keinen Sieg landen auf dem Weg ins Endspiel im eigenen Stadion. Sie mußten sich der bisher ungeschlagenen Woge aus Sacramento beugen. Damit blieb die Surge als einziges Team der Liga ohne Punktverlust.
Weiterhin ohne Sieg standen die Knights und die Glory da. New York kam auch schon letztes Jahr schwer in die Gänge, und Ohio machte halt da weiter, wo die Skyhawks aufgehört hatten.
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Und in Frankfurt boomte der Football. 33.376 Zuschauer wollten den ersten Auftritt der Barcelona Dragons auf deutschem Boden live erleben.
Frenetisch peitschten sie ihr Team zu einer 17:0 Führung im ersten Viertel. Präzise Pässe, kraftvolle Läufe prägten das Spiel in der Anfangsphase. Die Defense machte alle Luken dicht, und ließ Barcelona keine Luft zum Atmen. Doch damit hatte die Galaxy ihr Pulver verschossen. Im Gefühl des sicheren Sieges, immerhin hatte ein 17:0 in Barcelona ja gereicht, bauten die Lieblinge der Fans rapide ab. Da konnte das Publikum sich noch so heiser schreien, es nutzte nichts mehr. Die Dragons spulten ihren stupiden, aber erfolgreichen, Basic-Football ab und lagen zur Halbzeit nur noch 13:17 zurück.
Hoffnung keimte noch einmal im letzten Drittel auf, als Mike Perez verletzt das Feld verlassen mußte. Sein Ersatzmann kam unter ohrenbetäubenden ESPINOZA (Bild) Rufen auf das Feld, doch es zeigte sich sehr schnell, daß er keinen Deut besser als Perez spielte. So mußte Frankfurt eine 17:20 Niederlage und den zweiten Heim-Punktverlust hintereinander hinnehmen.
Die Ergebnisse des vierten Spieltags
Barcelona 20:17 Frankfurt
NY/New Jersey 21:39 Orlando
Birmingham 17:17 London n.V.
Ohio 20:31 Montreal
Sacramento 20:23 San Antonio
Zum ersten Unentschieden in der Weltliga kam es im Londoner Wembley Stadion. Die in dieser Saison erschreckend schwachen Monarchs hatten in den letzten Sekunden des Spiels noch die Chance auf den Sieg, als Fire Quarterback Mike Norseth einen Interception warf, den Howard Feggins bis an die Endzone heran zurück trug. Ein fataler Fehlwurf, der wie durch ein Wunder nicht in einer Katastrophe für Birmingham endete.
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Sacramento verabschiedete sich aus der einsamen Liste der ungeschlagenen Teams, während New York und Ohio sich weiter in der Rolle der Looser gefielen.
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Ihr Team hat noch kein Spiel in der laufenden Saison gewonnen ?
Sie sind frustriert und entnervt ?
Dann laden sie sich doch einfach einen weiteren Looser zu sich ins Stadion ein, und schlagen Sie ihn Sekunden vor Spielende mit 24:21.
So geschehen mit den Knights und der Galaxy. Frankfurt mußte nach New Jersey ins Meadowlands Stadion, wo sie sich mit den heimischen Schachspringern einen tollen Schlagabtausch lieferten. Die Entscheidung zugunsten der New Yorker fiel schon ziemlich früh, als Tony Baker "Der Fumblemaker" einen Kick-Off Return fallen ließ, den die Knights in sieben Punkte umwandelte.
Alex Espinoza verstand es aber immer wieder seine Mitspieler gut zu bedienen, so daß es zur Halbzeit 14:14 stand.
Auch in der zweiten Halbzeit war es ein hochklassiges Spiel, dessen Hits an Härte und Lautstärke sehr an die großen Jungs aus der NFL erinnerten.
Die Ergebnisse des fünften Spieltags
Sacramento 14:28 Birmingham
Barcelona 9:0 London
Frankfurt 21:24 NY/New Jersey
Ohio 0:17 San Antonio
Montreal 8:16 Orlando
Die schwache Verteidigung der Frankfurter konnte den letzten Drive New Yorks jedoch nicht entscheidend stoppen, und ließ sie in Field Goal Entfernung marschieren. Beim Stande von 21:21 hieß es erst aufatmen, als der Kick links an den Torstangen vorbei segelte. Ein "Angriff auf den Kicker" Foul, ließ Candall Trainor aber noch eine zweite Chance, die er zum 24:21 Sieg nutzte. Die Knights feierten diesen ersten Sieg der laufenden Saison wie den Gewinn des World Bowls.
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Eines der wohl grauenhaftesten Footballspiele aller Zeiten fand im Londoner Wembley Stadion statt. In einer Partie, die das Prädikat Football zu keiner Zeit verdient hatte, schlugen die farblosen Dragons, die einfallslosen Monarchs mit 9:0. Da dürfte jedes Landesligaspiel in Deutschland mehr Niveau haben als das.
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Ohio blieb durch den Sieg New Yorks das einzige Team ohne Sieg. Aber in zwei Wochen sollte Frankfurt kommen.
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Orlando Thunder stürmte in die Play-Offs.
125 erzielten Punkten standen gerade 72 kassierte entgegen. Diesmal mußte Montreal mit 16:8 dran glauben. Zum Vergleich: Frankfurt und Montreal hatten als Nächstbeste mit jeweils 93 erzielten Punkten deutlich unter 100 Punkte. Wieder konnte man die Zuschauerkulisse dieses Spiels nur als erschreckend bezeichnen. Nur 8.310 Fans kamen zum momentan besten Team der Liga.
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Pech für Frankfurt, daß sie nach ihrem Amerika-Abstecher im Waldstadion gegen das zur Zeit beste Team der Liga antreten mußten, gegen Orlando.
Vier Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit hatte der Donner zweimal zum 14:0 bei der Galaxy eingeschlagen. Orlando wollte sich mit einem Field Goal zufrieden geben, doch ein schlechter Snap im dritten Versuch brachte die Mannschaft aus der Field Goal Reichweite, also mußte man doch einen weiteren Touchdownpaß werfen.
Die solchermaßen der Lächerlichkeit preisgegebenen Frankfurter erinnerten sich in der Kabine wohl daran, daß ab der darauffolgenden Woche in Deutschland gestreikt werden sollte. Solidarisch wie Amerikaner nun mal sind, wollten sie jetzt mit gutem Beispiel vorangehen. Das Publikum, 38.104 Erbarmungswürdige waren es, ließ sich von solch entwürdigender Vorstellung aber gar nicht irritieren, und es schwenkte ins Lager des Gastes um. Dieser freute sich darüber sehr, hatte er eine solche Atmosphäre und solche Anfeuerungen für sich doch noch nie erlebt. Thunder bedankte sich dann auch mit einem 38:0 Sieg für diese herrliche Stimmung.
Zur Leistung der Galaxy schweigt des Reporters Höflichkeit.
Die Ergebnisse des sechsten Spieltags
Orlando 38:0 Frankfurt
Birmingham 14:17 San Antonio
Ohio 10:20 Barcelona
Sacramento 31:26 London
NY/New Jersey 34:11 Montreal
Nach langem Anlauf schienen die Knights auch in diesem Jahr wieder in der zweiten Hälfte der Saison ihre Siege einzufahren. Mit dem Sieg gegen Montreal hatten sie nun eine Siegesserie von zwei gewonnenen Spielen in Folge.
Für die Machine wurde der Traum vom Endspiel vor heimischer Kulisse immer unrealistischer.
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Einen Kampf um die Krone in der Nordamerika West Division konnte San Antonio vor nur 13.590 Zuschauer mit 17:14 gegen Birmingham für sich entscheiden.
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Wie hatte Ray Wilsey es nur fertig gebracht, den letztjährigen Herrscher der Weltliga, die Monarchs, so herunterzuwirtschaften ?
Nicht, daß man sehr traurig darüber sein müßte, aber einen solchen Einbruch hatte niemand erwartet. Auf beiden Seiten des Balles waren die Londoner Spieler nur noch Schatten ihrerselbst. Surge Quarterback David Archer warf vier Touchdownpässe, davon drei auf Wide Receiver Carl Parker, in einem spannenden und guten Spiel, wenn man das erste Viertel ausklammert.
Stan Gelbaugh dürfte in der Formkurve aller Monarchs den größten Rutsch nach unten gemacht haben, so daß das spärliche Publikum, nur 18.653 waren noch ins Wembley Stadion gekommen, nicht besonders traurig war, als er verletzt vom Feld mußte. Sein Ersatzmann Fred McNair warf zwar zwei Touchdownpässe, konnte aber das Steuer nicht mehr herumreissen.
London dürfte den Play-Offs wohl endgültig Lebewohl gesagt haben.
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Auf dem Weg zum Gewinn der Europagruppe waren dagegen die Männer um El Caballero, Jack Bicknell. Mit dem glanzlosen Glory kam das schwächste Team der Liga nach Barcelona, doch 49.657 Zuschauer wollten ihre Dragons auf dem Marsch in die Play-Offs anfeuern.
Die Spieler bedankten sich mit einem nie gefährdeten 20:10 Sieg, obwohl Ohio durchaus die Möglichkeiten gehabt hätte zu mehr Punkten zu kommen. Die gewohnten Fumbles und andere Mißgeschicke ließen aber nicht mehr zu, so daß Ohio immer noch auf den ersten Sieg warten mußte.
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Doch alles Warten hat einmal ein Ende, besonders wenn die Frankfurt Galaxy der Gegner ist.
"Wieso reisen wir eigentlich um die halbe Erde, wenn die Schiedsrichter letztlich das Spiel entscheiden ?" regte sich "Hit the Road Jack“ Elway nach der neuerlichen Niederlage auf.
17:20 hatte die Galaxy gerade gegen den Fußabtreter der Liga, Ohio Glory, über den bis dato jedes Team gelatscht war, verloren. Zwar hatte der neue Quarterback der Galaxy, Chris Cochrane, der zuvor bei Ohio unter Vertrag war, ein gutes Spiel geliefert, doch wieder mußte Sekunden vor dem Spielende das Spiel verloren gegeben werden.
Ob's denn wirklich nur die bösen Schiedsrichter schuld waren ?
Immerhin hatte die Galaxy bislang siebenmal gegen Schiedsrichterentscheidungen protestiert und sechsmal Recht bekommen.
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Nur 12.000 Zuschauer wollten Birmingham Fire gegen die Barcelona Dragons sehen. Beide Teams kämpften um die Chance einen Platz in den Play-Offs zu erhalten. Nervosität auf beiden Seiten kennzeichnete dieses Spiel, das Birmingham knapp mit 19:17 gewinnen konnte.
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Den Sieg ihrer Division konnte sich Orlando Thunder sichern. Mit einem 39:21 über San Antonio machten die Männer um Head Coach Galen Hall alles klar. Glen Rogers und Efrum Thomas trugen je einen Interception für den Donner zum Touchdown zurück. Auch hier ging es für Beide um die Play-Offs. Auch hier nur 12.000 Zuschauer.
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Auch die Surge aus Sacramento wogte weiterhin Richtung Play-Offs. Quarterback David Archer, der die Saison in bestechender Form spielte, warf einen 80 Yard Touchdownpaß auf Wide Receiver Eddie Brown. Fünf Ballverluste für Montreal trugen das Übrige zum 35:21 Sieg Sacramentos bei.
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New York (Bild mit weißen Trikots) gegen London. Was für eine Paarung am siebten Spieltag. Doch anstatt um die Play-Offs, kämpften beide nur noch für die Ehre, auch wenn beide noch einen Hauch einer theoretischen Chance auf ein Weiterkommen hatten.
Letztes Jahr begleiteten 11 Reporter aus England ihr Team in die Meadowlands, dieses Jahr kam keiner mit. Gott sei Dank, sie hätten eine 41:13 Niederlage ihres Teams erleben müssen.
Die Ergebnisse des siebten Spieltags
Barcelona 17:19 Birmingham
Frankfurt 17:20 Ohio
Orlando 39:21 San Antonio
London 13:41 NY/New Jersey
Sacramento 35:21 Montreal
Die Niederlage der Galaxy an diesem Spieltag wäre weiter nicht erwähnenswert, wäre sie nicht in Rekordhöhe ausgefallen. 7:51 ließen die wie Arbeitsverweigerer agierenden sich diesmal abzocken. Aber auch für einen positiven Rekord sorgte zumindest ein GSG (grauenhaft spielende Galaxy) Spieler. Tim Broady, sowieso Spieler des Jahres verdächtig, lief einen Interception aus der eigenen Endzone 107 Yards zum Touchdown zurück.
Übrigens nützte es der Galaxy gar nichts, daß sie in diesem Spiel nicht wie ein disziplinloser Haufen herumfoulte. Trotzdem sie nur 10 Yards an Strafen kassierte ging sie ohne Gegenwehr unter.
Die Ergebnisse des achten Spieltags
Frankfurt 7:51 Sacramento
London 0:9 Orlando
NY/New Jersey 39:33 Ohio (n.V.)
San Antonio 17:0 Barcelona
Montreal 16:23 Birmingham (n.V.)
Immerhin war die Galaxy aber das einzige europäische Team, dem an diesem Wochenende Punkte gelangen. Die beiden Teilnehmer am ersten World Bowl ließen sich hingegen völlig widerstandslos abschlachten.
London gelang kein Punkt gegen Orlando, das einen Touchdown ohne Extrapunkt und ein Field Goal erzielte. Barcelona war gegen San Antonio erfolglos.
Immerhin kamen über 60.000 Zuschauer zu diesen beiden Spielen. 20.516 wollten ihren Thunder unterstützen, 41.220 feuerten ihre Riders an.
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Gleich zwei Spiele konnten erst in der Verlängerung entschieden werden.
Montreal, schon ohne jede Hoffnung auf die Play-Offs, konnte befreit aufspielen und brachte Fire in arge Bedrängnis. Running Back Kenny Bell sorgte in der Verlängerung für den Sieg Birminghams.
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In einem reinen "Freundschaftsspiel" boten Ohio und New York den Zuschauern etwas fürs Geld. Ein tolles 39:33 sahen die 20.000 Zuschauer in Columbus.
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31.600 Zuschauer verfolgten die Partie San Antonio Riders gegen Frankfurt Galaxy im Waldstadion. Nach dem bisherigen Saisonverlauf und der konstanten Arbeitsverweigerung der, zugegeben nicht gut bezahlten, Spieler um Head Coach "Hit the Road Jack" Elway, eine Sensation. Da stellt man sich als Beobachter wirklich die Frage: " Haben diese Leute wirklich so wenig Ahnung vom Football?" "Lassen sie sich wirklich nur von der phantastischen Show und dem lautstarken Discogedröhn anlocken?" Sei es wie auch immer, sie waren da. Was sahen sie? Eine Niederlage der Galaxy "What else?". Diesmal mit 43:14.
Die Ergebnisse des neunten Spieltags
San Antonio 43:14 Frankfurt
Ohio 7:21 Sacramento
Barcelona 0:47 NY/New Jersey
Orlando 23:24 Birmingham
London 45:13 Montreal
Erneut konnten die Dragons keinen Punkt erzielen. Diesmal wurden sie mit 47:0 ein Opfer der Knights.
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Obwohl es beim Spiel in Birmingham für das heimische Fire um alles ging, interessierten sich nur 15.186 Zuschauer dafür, ob der Einzug in die Play-Offs erreicht werden könnte. Sie sahen ein Spiel, in dem ihre Mannschaft mit 21:3 gegen Orlando führte, um dann nur denkbar knapp mit 24:23 zu siegen.
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Ziemlich wenig erfreuliches boten die Spieler der Machine ihren treuesten Fans zum Saisonausklang im eigenen Stadion. Mit 13:45 ließen sie sich von London regelrecht vorführen.
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Sacramento ließ gegen den Neuling aus Ohio nichts anbrennen und wahrte mit einem deutlichen 21:7 seine Chancen auf die Endrunde.
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Vor der Saison wurde es als das Spiel der Spiele gehandelt. Hier, so war man sich einig, würde sich entscheiden, wer von beiden in die Play-Offs kommt.
Denkste!
Als die Londoner in das Waldstadion kamen, hatten sie das vierte Spiel in 23 Tagen, 3 Ländern, 2 Kontinenten, 9.684 Luftmeilen, 5 Hotels, 7 Zeitzonen und 28 Stunden Wartezeit wegen eines Defekts am Flugzeug auf dem Flughafen von Montreal vor sich.
Sage und schreibe 43.259 sahen die Partie Frankfurt Not gegen London Elend, und den dritten Heimsieg im zehnten Spiel im Waldstadion.
Die Ergebnisse des zehnten Spieltags
London 16:19 Frankfurt
Montreal 21:41 NY/New Jersey
Barcelona 10:13 Orlando
Sacramento 27:21 San Antonio
Birmingham 27:24 Ohio
Zu einem echten Endspiel kam es in San Antonio. Sacramento und die Riders fochten einen Kampf aus, in dem es nur der Sieger schaffen konnte. Surge Quarterback David Archer zeigte, warum ER der beste Spieler auf dieser Position der laufenden Saison wurde. Minutiös sezierte dieser Surg-On-General die Abwehr der Riders, die sich aber nicht so einfach geschlagen gaben.
Archer warf den Ball 38 mal. Dabei traf er 26 mal seine Mitspieler, für 324 Yards.
In einem hochklassigen und jederzeit spannenden Spiel behielt Sacramento mit 27:21 die Oberhand und erreichte die Play-Offs.
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Orlando brauchte einen neuen Weltligarekord, um die sieglosen Dragons zu bezwingen. Am Anfang des letzten Viertels schoß Kicker Tracey Bennett, der zuvor zwei Field Goal Versuche versiebte, aus 53 Yards zwischen die Torstangen. Das bedeutete die 13:10 Führung, die zugleich auch den Endstand markierte und den besagten Rekord.
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Wirklich glücklich gewann Birmingham in Ohio.
Durch das 27:24 über die Glory konnte das Fire in den Play-Offs weiterbrennen, wenn auch nur als Wild-Card Team.
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Nur um es zu erwähnen: Die Knights gewannen mit 41:21 gegen Montreal.
ANMERKUNG
Ein Sieg, nur ein einziger Sieg hätte der Galaxy gereicht, um die Play-Offs zu erreichen. Bei einer Abschlußbilanz von 3:7 Punkten klingt das wie blanker Hohn, aber es ist wirklich so.
Erinnern Sie sich an die vierte Woche.
Die Dragons aus Barcelona machten der Galaxy das Leben leicht. Zur Freude der 34.376 Zuschauer gingen die Frankfurter schnell mit 17:0 in Führung. Mike Perez spulte nicht, wie sonst üblich, nur seinen Stiefel runter, sondern er wollte beweisen, daß er wirklich was vom Footballspielen versteht. Da erwischte es ihn nach einem Allerweltstackle an der Schulter.
Ersatzmann Alex Espinoza war nicht in der Lage die Mission zu erfüllen.
Kicker Robbie Keen verschoß ein sicher geglaubtes Field Goal.
Head Coach Jack Elway zeigte, daß er nicht in der Lage war ein Spiel über die Zeit zu retten, da das Wort "Laufspiel" in seinem Sprachschatz nicht existierte.
Dieser Sieg hätte am Ende der Saison für beide Teams 4:6 Punkte bedeutet. Da Frankfurt damit beide Spiele der Serie gewonnen hätte...
So aber zog Barcelona in die Playoffs ein.
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Abschlußtabelle
Europa
% S N U Punkte
Barcelona 50 5 5 0 104:161
Frankfurt 30 3 7 0 150:257
London 25 2 7 1 178:203
Nordamerika Ost
% S N U Punkte
Orlando 80 8 2 0 247:127
New Jersey 60 6 4 0 284:188
Montreal 20 2 8 0 175:274
Ohio 10 1 9 0 132:230
Nordamerika West
% S N U Punkte
Sacramento 80 8 2 0 250:152
Birmingham 75 7 2 1 192:165
San Antonio 70 7 3 0 195:150
Die Play-Offs
Birmingham Fire vs Orlando Thunder
Traumfootball in selten gesehener Perfektion, das war es, was der Thunder an diesem Samstag bot. Die Offense Orlandos degradierte die Verteidigung Birminghams zu hilflosen Statisten.
Orlandos Defense wollte da nicht nachstehen und klaute dem Fire hier und da einen Ball.
Das Endergebnis von 45:7 für Orlando ging voll in Ordnung.
Barcelona Dragons vs Sacramento Surge
Sie wollen ein besonders ansehnliches Beispiel, wie der Head Coach einer Mannschaft sein Team um die verdienten Früchte seiner harten Arbeit bringen kann ???
Dann passen Sie auf, hier bekommen Sie es geliefert. Nehmen Sie es unter der Rubrik "Nur keine Panik" in ihr Play-Book auf.
Zur Halbzeit stand das Spiel 7:3 für Sacramento.
Nach vier Minuten ging die Surge mit 14:3 in Führung, durch einen 86 Puntreturn Touchdown von Eddie Brown.
Die Zuschauer im Stadion jubelten noch, als Scott Ernie einen 85 Yard Touchdownpaß auf Dempsey Norman warf. Dragons 9, Surge 14. Hier muß Jack Bicknell nun wie ein verrückter angefangen haben zu rechnen. 5 Punkte unterschied und noch 11:25 zu spielen. Viel Zeit im Football, wo, wie gesehen, ein schneller Spielzug genügt. Es war unnötig, daß er sich hier schon für eine 2 Punkte Conversion entschied, aber er tat es. Der Versuch mißlang und es blieb beim 14:9 für Sacramento. Es hätte 14:10 stehen können.
Nach einem der seltenen Interceptions, die David Archer sich in dieser Saison leistete, marschierte Barcelona wieder das Feld hinunter. Ein Touchdownpaß von Ernie auf Demetrius Davis schloß diese Angriffssequenz ab. Barcelona 15: Sacramento 14. Wieder entschied "El Caballero" sich dazu, zwei Zusatzpunkte zu erzielen. Wieder ging es schief. Es blieb beim 15:14. Wenn Sie schnell in Gedanken nachrechnen, hätte es mit zwei normalen Zusatzkicks jetzt 17:14 heißen können.
3:45 Sekunden vor Ende der Partie schoß Sacramentos Kicker Blanchard aus 47 Yards zwischen die Torstangen. Dieses Field Goal, daß ohne die Panik des Jack Bicknell nur den Ausgleich, und wohl die Verlängerung bedeutet hätte, brachte die Surge nun nach Montreal in den World Bowl II. Lesen Sie hier mehr darüber.
So spannend, so toll kann Football sein, und die WL war in der Lage in diesem Jahr viele solch toller Spiele zu liefern.
Schluß, Aus, Ende
Alarmierende Nachrichten erreichten die Fans der WL gegen Ende September. Von einer PAUSE der Liga für ein Jahr war hier die Rede. Der Präsident des Galaxy Fan-Clubs "Heroes of the Universe" will sogar erfahren haben, daß die Galaxy in die NFL aufgenommen werden soll. Das sollte man jedoch in das Land der Hirngespinnste und Tagesträumereien verweisen. Tatsache ist Folgendes: Einige Spieler der NFL, die zu ihren schon angesammelten Millionen noch ein paar weitere Milliönchen haben wollten, verklagten die NFL. Die Klage sollte den Spielern ermöglichen, den Verein nach belieben und Gehaltsscheck wechseln zu dürfen.
Das Ende für die erste Cheeleadertruppe der Frankfurt Galaxy
Man überlege mal - Dan Marino ist mit 6 Millionen Dollar Jahresgehalt nicht mehr zufrieden. Für diese Almosen will er nicht mehr in Miami spielen. Chicago bietet 20 Millionen. Doch erst bei 40 Millionen, die Green Bay bietet schlägt er ein. Darum ging es in diesem Prozeß und um nichts anderes. Die Spieler gewannen den Prozeß, die NFL mußte klein beigeben und die Scheckbücher zücken.
Daß die NFL jetzt nicht mehr in der Lage sein wird, die WL durchzufüttern, muß jeder verstehen. Bei dem zu erwartenden Preiskrieg muß man froh sein, wenn die NFL nicht Pleite geht. Jeder Penny, den man hat, braucht man für die bescheuerten Spieler, die den Hals nicht voll genug kriegen können. Wenigstens eine der beiden Ligen muß überleben, und das kann nur die NFL sein. Sie ist völlig schuldlos an dem, was diese Spieler, die den Prozeß anstrengten, nun ausgelöst haben.
Die NFL wollte in ihrer Liga nächstes Jahr zwei neue Teams gründen. Würde sie das tun, käme das unter den jetzigen Umständen einem finanziellen Selbstmord gleich. Warum noch mehr Absahner aufnehmen, wenn die, die schon da sind, nicht genug kriegen können. Zusammen mit den 10 WL Teams sind das etwa 500 Spieler die keinen Job bekommen werden, weil die, die schon da sind, immer mehr und immer mehr haben wollen.
Was die Offiziellen der NFL und der WL zu diesem Thema zu sagen haben, erfahren Sie jetzt. Doch bitte bedenken Sie, wann immer Offizielle den Mund aufmachen, verhalten sie sich wie Politiker. Wenn die Stunde der Wahrheit gekommen ist, heißt es: "Vertuschen, beschönigen, abstreiten."
Zwangspause für die Galaxy
'We heard it through the Grapevine". Im texanischen Grapevine (bei Dallas) tagten gestern die Besitzer der 28 Mannschaften der National Football League - und davon blieb auch die "kleine Schwester", die World League of American Football, nicht unberührt. Die „Allmächtigen" der NFL beschlossen (unter anderem), den Spielbetrieb der Weltliga im Jahr 1993 erst einmal auszusetzen und mit einer neuen Struktur im Frühjahr 1994 weiterzumachen. "Die Liga war in Europa wesentlich erfolgreicher als in den USA", erläuterte hierzu World League Communications-Chef Bob Rose, "Da war es fast logisch, daß künftig das Schwergewicht der Bemühungen auf Europa liegen soll. Die Vorbereitungen zur Expansion brauchen aber mehr Zeit, als uns bis zum Start der Saison '93 zur Verfügung stünde."
"Auf den Erfolgen aufbauen"
Die entscheidenden Passagen der offiziellen Presseerklärung der NFL haben (in der deutschen Übersetzung) folgenden Wortlaut: "Die Klubs der National Football League verabschiedeten heute einen Vorschlag des World League Board of Directors (Aufsichtsrat), die Weltliga umzustrukturieren und die zukünftige Betonung auf den internationalen Erfolg zu legen... Die Neuordnung der Weltliga erfordert, daß der Spielbetrieb für 1993 ausgesetzt wird. Die Weltliga soll 1994 zum Spielbetrieb zurückkehren mit einer veränderten Struktur, die mehr Mannschaften in Europa einschließen wird. Die Ligabüros in den Vereinigten Staaten und Europa werden unverzüglich mit den Vorarbeiten zur Neuordnung beginnen... Wir werden auf den Erfolgen aufbauen, die die World League in den beiden vergangenen Jahren international erreicht hat. "
Oliver Luck zwischen Enttäuschung und Ermutigung
In seiner ersten Reaktion schwankte die Gefühlsskala bei Oliver Luck, dem General-Manager der Frankfurt Galaxy, zwischen Unverständnis einerseits und einer gewissen Ermutigung über die Entscheidung der NFL-Eigner andererseits: "Ich bin enttäuscht, daß wir keine Saison 1993 haben werden. Wir haben schließlich schon in der zweiten Saison in Deutschland mit der Galaxy Gewinn gemacht und haben in zwei Spielzeiten mit insgesamt 350.000 Fans im Stadion bewiesen, daß Football in Deutschland eine rauschende Zukunft haben kann. Und ausgerechnet heute, wo wir gerade noch die Anfrage einer großen Fernsehshow und als Antwort auf eine Aktion mit einer Lokalzeitung wieder 500 Briefe von Football-interessierten bekommen haben, kommt ironischerweise das vorläufige Pausensignal. Das ist nur schwer zu begreifen. Andererseits sehen wir das Statement der NFL, daß der Football international mit Schwerpunkt hier in Europa weiter entwickelt werden soll als eine Ermutigung für unsere Arbeit. Wir sind offenkundig auf einem richtigen Weg gewesen."
Neil Austrian: "Auf den Erfolgen aufbauen"
Die entscheidenden Passagen der offiziellen Presseerklärung von NFL-Präsident Neil Austrian haben (in der deutschen Übersetzung) folgenden Wortlaut: "Die Klubs der National Football League verabschiedeten heute einen Vorschlag des World League Board of Directors (Aufsichtsrat), die Weltliga umzustrukturieren und die zukünftige Betonung auf den internationalen Erfolg zu legen. Dieser Beschluß wurde bei einem Liga-Meeting in Dallas gefaßt, das einberufen worden war, um die arbeitsrechtlichen Fragen zu besprechen, die sich aus dem Urteil im 'McNeil-Free Agency-Prozeß" von vergangener Woche ergeben. Die NFL gab außerdem bekannt, daß die geplante Erweiterung der NFL um zwei Mannschaften wegen der ungelösten arbeitsrechtlichen Probleme um mindestens ein Jahr bis 1995 verschoben wird. Die Neuordnung der Weltliga erfordert, daß der Spielbetrieb für 1993 ausgesetzt wird. Die NFL-Klubs sind sich weiterhin darüber im Klaren, daß der American Football im internationalen Sportgeschäft ein großes Potential hat. Die neustrukturierte Weltliga wird eine stärkere Rolle in den Planungen von 'NFL International' spielen. Wir planen, die derzeitige Präsenz der Weltliga über London, Barcelona und Frankfurt hinaus auszubauen. Wir werden auf den Erfolgen aufbauen, die die World League in den beiden vergangenen Jahren international erreicht hat."
Die NFL wird sich in vier anderen Aspekten von 'NFL International' engagieren. Wir planen, die Serie von American Bowl-Spielen vor der Saison im nächsten Jahr um ein viertes Spiel zu ergänzen, mehr als 900.000 Fans haben die 17 American Bowl-Spiele bis heute besucht und wir planen, im nächsten Jahr in London, Berlin, Tokio und einer weiteren internationalen Stadt zu spielen. Sowohl die Fernsehrechte als auch die Lizenzvergabe von 'NFL International' werden seit diesem Jahr intern behandelt und wurden ausgeweitet. Und die verschiedenen Amateurligen in Europa und Japan werden weiter wachsen."
Joe Bailey: Stolz auf das Erreichte
Offizielle Erklärung von Joe Bailey, dem Chief Operating Officer der World League, über die heutige Ankündigung, daß die Weltliga suspendiert wird: "Jeder, der mit der Weltliga befaßt war, sollte stolz sein auf das, was in den beiden vergangenen Jahren erreicht wurde, Durch den Pioniergeist aller Beteiligten haben wir eine neue Ära im professionellen Sport eröffnet. Durch die Etablierung der Franchises in Spanien, England und Deutschland hat die Weltliga die Saat gesät für die unausweichliche Globalisierung des amerikanischen Profi-Sports. Zwar kommt die heutige Ankündigung plötzlich und unerwartet, doch wird der American Football fraglos trotzdem weiter wachsen. Die Fans in London, Barcelona, Frankfurt und anderen internationalen Städten werden dies fordern.
Die Popularität von American Football in unseren europäischen Städten ist schlicht phänomenal. In Barcelona wurden 40.000 Leute Mitglieder im Dragons-Fanclub, und wie jeder, der die Sommer Olympiade besucht hat, bestätigen wird: Man konnte nirgendwo hingehen ohne begeisterte World League Fans zu sehen, die ihr liebstes Dragons-T-Shirt, eine Jacke oder Kappe trugen. In Frankfurt hat die Galaxy in der zweiten Saison bereits Gewinn gemacht und im Zuschauerschnitt sogar eine der besten Fußball- Mannschaften (die Eintracht) übertroffen - und das im Lande des amtierenden Fußball-Weltmeisters. Und in London, wo American Football wohl die kenntnisreichsten Anhänger hat, begrüßten die Monarchs im ersten Jahr durchschnittlich mehr als 40.000 Fans."
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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